75 Jahre mussten die Rapid-Fans auf diesen Moment warten. Mit einem 6:0-Kantersieg gegen Schlusslicht WAC stellt die Mannschaft von Johannes Hoff Thorup einen Vereinsrekord aus der Saison 1950/51 ein. Elf Siege aus den ersten zwölf Meisterschaftsspielen – zuletzt gelang das jener legendären Rapid-Elf, in der Ernst Happel, Gerhard Hanappi und Robert Dienst spielten.
Diesmal eröffnen Petter Dahl (9., 45.) und Ercan Kara (67., 79.) mit ihren Doppelpacks das Schützenfest. Tonni Adamsen (76.) und Joker Claudy Mbuyi (83.) machen das halbe Dutzend voll.
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Dahl trifft, der VAR bremst den Jubel
Dabei gehört der erste Torschuss ausgerechnet dem Tabellenletzten. Verhounig versucht es nach sechs Minuten, doch Rapids Antwort lässt nicht lange auf sich warten. Marco Tilio lässt auf rechts Wolfsbergs Schwarz stehen und spielt flach zur Mitte. Ercan Kara verpasst, Dahl nicht. Der Norweger schiebt zur Führung ein (9.).
Sieben Minuten später jubelt Hütteldorf erneut. Yusuf Demir bringt einen Freistoß hinter die Abwehr, Raux-Yao trifft die Stange. Rapid bleibt am Ball, Demir flankt noch einmal, Kara köpft ein (16.). Doch der VAR funkt dazwischen. Raux-Yao stand beim ursprünglichen Freistoß im Abseits. Weil Rapid dazwischen den Ball nicht verloren hatte, wird auch Karas Treffer gestrichen (20.).
Hedl rettet, Dahl bestraft WAC-Patzer
Die Wolfsberger kommen zurück ins Spiel. Verhounig schickt Sankara Karamoko hinter die Rapid-Abwehr, doch Niklas Hedl verhindert mit einer Fußabwehr den Ausgleich (28.).
Auf der Gegenseite lässt Dahl seine Gegenspieler stehen und legt für Yusuf Demir auf, dessen Schuss gerade noch geblockt wird (31.).
WAC-Trainer Manfred Schmid reagiert früh. Schon in der 35. Minute nimmt er Karamoko und Simon Piesinger vom Feld, bringt Marco Schabauer und Thorsten Schriebl. Die Gäste werden aktiver, Rapid gerät kurz vor der Pause etwas unter Druck.
Doch dann leistet sich der WAC den nächsten folgenschweren Fehler. Ein missglückter Befreiungsschlag landet bei Matthias Seidl, der sofort Dahl bedient. Der Norweger zieht in den Strafraum, lässt Kitz schlecht aussehen und schiebt den Ball mit einem keineswegs perfekten Abschluss links unten ins Netz (45.). Sein zweiter Treffer, Rapids 2:0.
Zur Pause hätte Rapids Vorsprung sogar deutlicher ausfallen können. Die Hütteldorfer erspielten sich Chancen für weitere Treffer, während der WAC abgesehen von Karamokos Großchance offensiv kaum gefährlich wurde. Auch das aberkannte Kara-Tor unterstrich die Überlegenheit des Tabellenführers.
Kara trifft, VAR nimmt Adamsen das Tor
Nach der Pause bleibt Rapid am Drücker. Kara schießt zunächst über das Tor (50.), Tilio versucht es aus der Distanz (53.). Die Hütteldorfer schnüren die Gäste phasenweise in deren Hälfte ein.
Dann beginnt Rapids nächste Torlawine. Yusuf Demir dribbelt sich durch drei Wolfsberger Verteidiger und holt einen Eckball heraus. Nach der kurz ausgeführten Variante zieht Demir ab, WAC-Keeper Gliklich lässt den Ball abprallen. Kara staubt zum 3:0 ab (67.).
Zwei Minuten später trifft auch der eingewechselte Adamsen, doch der VAR erkennt bei der Entstehung ein Foul von Kara. Das Tor wird aberkannt (71.).
Adamsen lässt sich davon nicht aufhalten. Nach einer sehenswerten Kombination über vier Stationen lässt Kara den Ball am Strafraumrand für Demir abtropfen. Der legt uneigennützig quer, Adamsen schiebt ins leere Tor ein (76.).
Joker Mbuyi macht das halbe Dutzend voll
Der WAC löst sich auf. Bajlicz verlagert das Spiel auf Dahl, der an der linken Eckfahne Adamsen bedient. Der Däne lässt seinen Gegenspieler stehen und flankt auf Kara. Wolfsbergs Schwarz leistet kaum Gegenwehr, der Rapid-Stürmer köpft zum 5:0 ein (79.). Auch Kara schnürt damit seinen Doppelpack.
Kaum ist Kara nach seinem Doppelpack vom Feld, trifft auch sein Ersatzmann. Mbuyi, erst in der 80. Minute eingewechselt, erhöht nur drei Minuten später mit links auf 6:0 (83.). Adamsen erobert im Halbfeld den Ball und schickt Mbuyi auf die Reise. Der Angreifer bekommt von der Wolfsberger Defensive kaum Gegenwehr, zieht bis in den Strafraum und schiebt ein.
Der WAC kassiert damit innerhalb von 16 Minuten vier Gegentore.
Hoff Thorup gönnt anschließend Doppelpacker Dahl und Demir, der am 4:0 maßgeblich beteilt war, einen früheren Feierabend.
Rapid knackt die nächste Bestmarke
Mit dem Kantersieg gegen den WAC feiert Rapid den elften Sieg im zwölften Bundesliga-Spiel und stellt damit den 75 Jahre alten Vereinsrekord aus der Saison 1950/51 ein. Auch die Heimserie wächst auf sieben Siege in sieben Spielen. Das Torverhältnis im Allianz Stadion schrauben die Hütteldorfer auf 29:3.
Zugleich gelingt Rapid der vierte Bundesliga-Sieg in Folge gegen den WAC – das schaffte zuvor keiner der beiden Klubs in diesem Duell.
Und auch die Meisterstatistik spricht für Grün-Weiß: Alle vier Mannschaften, die zuvor zehn ihrer ersten elf Bundesliga-Spiele gewonnen hatten, holten am Saisonende den Titel. Rapid könnte nach 18 Jahren wieder die fünfte sein.