Neue Studie zeigt

Raucher fühlen sich häufiger einsam

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Rauchen gilt oft als geselliges Ritual: Vor der Arbeit, in der Pause oder vor dem Lokal kommt man schnell mit anderen ins Gespräch. Doch eine große europäische Studie kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Raucher fühlen sich häufiger einsam als Nichtraucher.
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Für die Untersuchung wertete ein Forschungsteam rund um Dr. Keir Philip vom National Heart and Lung Institute des Imperial College London Daten von mehr als 50.000 Menschen aus 15 europäischen Ländern aus. Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 67 Jahre alt.

Zu Beginn der Studie rauchten 22 Prozent der Teilnehmer. Fast die Hälfte lebte mit mehr als zwei chronischen Erkrankungen. Die Forscher berücksichtigten bei ihrer Auswertung unter anderem Alter, Geschlecht und die bereits vorhandene Einsamkeit.

Einsamkeit nimmt bei Rauchern stärker zu

Wie einsam sich die Menschen fühlten, wurde mithilfe der UCLA-Einsamkeitsskala erfasst. Dabei geht es unter anderem darum, ob Menschen Gesellschaft vermissen, sich ausgeschlossen fühlen oder den Eindruck haben, von anderen isoliert zu sein.

Zwei Jahre später wurden die Teilnehmer erneut befragt. Das Ergebnis: Raucher waren bereits zu Beginn einsamer als Nichtraucher. Gleichzeitig nahmen ihre Einsamkeitsgefühle innerhalb der zwei Jahre stärker zu.

Auch nachdem andere Einflussfaktoren statistisch berücksichtigt wurden, blieb dieser Zusammenhang weitgehend bestehen. Zwischen den verschiedenen Regionen Europas gab es hingegen nur geringe Unterschiede.

Krankheiten könnten eine Rolle spielen

Warum Raucher häufiger von Einsamkeit betroffen sind, lässt sich durch die Studie nicht eindeutig beantworten. Eine mögliche Erklärung sehen die Forscher in den gesundheitlichen Folgen des Rauchens.

Erkrankungen der Lunge oder des Herz-Kreislauf-Systems können die Beweglichkeit einschränken. Wer schlechter zu Fuß ist oder schneller außer Atem gerät, könnte dadurch seltener an Treffen und Freizeitaktivitäten teilnehmen.

"Rauchen steht bei älteren Menschen mit zunehmender Einsamkeit in Zusammenhang und könnte neben der körperlichen auch die psychosoziale Gesundheit beeinträchtigen", sagt Studienautor Philip.

Auch Rauchverbote könnten Kontakte verändern

Eine weitere mögliche Erklärung sind gesellschaftliche Veränderungen. In Restaurants, am Arbeitsplatz und in vielen öffentlichen Gebäuden ist Rauchen heute nicht mehr erlaubt. Auch in zahlreichen Wohnungen wird nicht mehr geraucht.

Raucher müssen deshalb häufiger ihre Gruppe verlassen oder bestimmte Orte meiden. Laut den Forschern könnte das dazu beitragen, dass gemeinsame Aktivitäten für Raucher schwieriger werden.

Macht Einsamkeit auch Lust auf Zigaretten?

Die Studie liefert allerdings keinen Beweis dafür, dass Rauchen direkt einsam macht. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die Zusammenhänge zeigt, aber keine Ursache-Wirkung-Beziehung beweisen kann.

Möglich ist auch der umgekehrte Weg: Einsame Menschen könnten eher zur Zigarette greifen. Rauchen und Einsamkeit könnten sich somit gegenseitig verstärken.

Professor Des Cox vom University College Dublin warnt deshalb davor, Raucher wegen solcher Ergebnisse zusätzlich auszugrenzen. Vielmehr müsse man Menschen beim Rauchstopp unterstützen, ohne sie zu stigmatisiere