Schicksalsberg

Reinhold Messner zurück am Ort, an dem sein Bruder starb

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Reinhold Messner ist mit 82 nach Pakistan zurückgekehrt. Am Nanga Parbat erinnert er sich an seinen verstorbenen Bruder und spricht über die Zukunft der Berge.
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Die Knie zittern, der Aufstieg über den Fels fällt schwer. Trotzdem wollte Reinhold Messner noch einmal zum Nanga Parbat zurückkehren. Dort feierte der Bergsteiger seinen 82. Geburtstag. "Nicht, weil mir Geburtstage so wichtig sind", schreibt er auf Instagram. "Sondern weil ich weiß, dass die Zeit umso kostbarer wird, je weniger davon übrig bleibt."

Zurück zum Schicksalsberg

Messner wirkte auf aktuellen Aufnahmen auffallend gezeichnet. Langsam bewegte er sich über die Felsen oberhalb des Karakorum Highway, stützte sich mit den Händen ab und suchte sorgfältig jeden Tritt. An seiner Seite war seine Ehefrau Diane (46).

Für Messner war die Reise mehr als ein Geburtstagsausflug. Gemeinsam mit seiner Frau kehrte er nach Gilgit-Baltistan zurück, jene Bergwelt, die er seit Jahrzehnten als zweite Heimat bezeichnet.

Erinnerungen an seinen Bruder

Auf einem Felsen bei Thalichy hatte Messner im Sommer 1970 gemeinsam mit seinem Bruder Günther erstmals den Nanga Parbat erblickt. Von dort aus starteten sie ihre Expedition.

Die Brüder überwanden die extrem gefährliche und mit 4500 Metern höchste Steilwand der Erde. Beim Abstieg kam Günther jedoch geschwächt und höhenkrank ums Leben. Reinhold Messner überlebte schwer verletzt und verlor mehrere Zehen durch Erfrierungen.

Aktuelle Videos zeigen Messner am Berg immer wieder schweigend in die Ferne blickend. Die Berge stehen für ihn dabei auch für Erinnerung, Verlust und Lebensaufgabe.

Zerwürfnis mit den Kindern

Später in Islamabad zeigten Bilder Messner im Kreis von Diplomaten, Bergsteigerfreunden, der deutschen Botschafterin Ina Lepel und seiner Frau Diane. Seine Kinder waren bei der Feier zu seinem 82. Geburtstag offenbar nicht dabei.

Die Beziehung zu seinem Sohn und seinen drei Töchtern gilt seit Jahren als schwer belastet. Nachdem Messner bereits 2019 sein Erbe unter ihnen aufgeteilt hatte, erzählte er zuletzt in Interviews: "Ich wurde entsorgt."

Sorge um die weißen Berge

Während seines Besuchs warnte Messner vor den Folgen des Klimawandels. Die Gletscher in Pakistan würden dramatisch schmelzen. Einige der "weißen Berge" könnten in ihrer heutigen Form nur noch zehn bis fünfzehn Jahre überleben.

In den unveröffentlichten Videos erklärt Messner zudem, dass er die Verantwortung für dieses Anliegen an seine Frau Diane weiterreiche. Sie solle mithelfen, die Bergwelt Pakistans für kommende Generationen zu bewahren.

Es klingt wie die Übergabe eines Lebenswerks.