Winter

Rekord El Niño: Das bedeutet das Extremwetter für Österreich

© APA/AFP/DAVID SWANSON
Das weltweite Wetterphänomen El Niño bricht im Pazifik historische Höchstwerte. Meteorologen warnen vor globalen Turbulenzen und analysieren die Folgen für Österreich und Mitteleuropa.
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Im tropischen Pazifik spielen sich derzeit meteorologische Veränderungen ab, wie sie moderne Messsysteme noch nie registriert haben. Die Wassertemperaturen liegen aktuell mehr als drei Grad über dem langjährigen Mittelwert und haben damit die bisherige Höchstmarke aus dem Jahr 2015 bereits klar hinter sich gelassen. Üblicherweise erreicht das Klimaphänomen El Niño seine stärkste Ausprägung erst im Zeitraum zwischen November und Jänner. In der aktuellen Periode hat sich die Wärmeanomalie jedoch mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit aufgebaut.

Wissenschaftliche Prognosen deuten darauf hin, dass die Erwärmung bis in den Dezember hinein weiter zulegen wird. Einzelne Rechenmodelle schließen nicht aus, dass die Temperaturabweichung sogar die Marke von vier Grad über Normal erreicht – ein Wert, der in der Geschichte der modernen Wetteraufzeichnungen absolut beispiellos wäre. Begleitet wird diese ozeanische Entwicklung von extremen Luftdruckschwankungen über dem Pazifikbecken, die im Sommer Dimensionen erreichten, wie man sie seit 150 Jahren nicht mehr dokumentiert hat. Fachmedien wie die "TZ" stufen das Ereignis als das stärkste seit Beginn der systematischen Datenerfassung ein.

Die weltweiten Auswirkungen des Klimaphänomens im Überblick

  • Tropischer Pazifik: Wassertemperaturen liegen mehr als drei Grad über dem langjährigen Schnitt
  • Bisheriger Rekord geknackt: Spitzenwerte aus dem Rekordjahr 2015 wurden bereits übertroffen
  • Modell-Prognosen: Einzelne Wetterberechnungen zeigen Spitzenwerte von bis zu vier Grad Abweichung
  • Südostasien & Australien: Dichte Rauchschwaden und Waldbrände auf Borneo, drohende Dürren und Hitzewellen
  • Südamerika: Akute Gefahr verheerender Überschwemmungen und Starkregenfluten
  • Sturmaktivität: Rückgang der Hurrikane im Atlantik, deutliche Zunahme schwerer Taifune im Pazifik

Globale Zonen zwischen Waldbränden und sintflutartigen Fluten

Die Auswirkungen des gigantischen Wärmespeichers machen sich rund um den Globus bemerkbar. In Südostasien wüten schwere Waldbrände, während über Borneo dichte Rauchschwaden die Luft verpesten. Australien stellt sich auf extreme Hitzewellen und ausgedörrte Böden ein. Im krassen Gegensatz dazu wächst in mehreren Staaten Südamerikas die Furcht vor verheerenden Hochwasserkatastrophen und Überschwemmungen.

Interessante Verschiebungen zeigen sich auch bei den Tropenstürmen: Während El-Niño-Lagen im Atlantik erfahrungsgemäß für eine geringere Zahl an Hurrikanen sorgen, heizt das Phänomen die Entstehung schwerer Wirbelstürme im Pazifik massiv an. Die gewaltigen Energiemengen verbleiben nicht im Ozean, sondern wandern zeitversetzt in die weltweite Atmosphäre.

Mögliche Wetterszenarien für Österreich und den Alpenraum

Für Österreich und den gesamten mitteleuropäischen Raum birgt das Rekordereignis spürbare Risiken, wenngleich die meteorologischen Fernwirkungen indirekt ablaufen. Historische Wetterdaten belegen, dass starke El-Niño-Winter in Mitteleuropa bevorzugt mild, überdurchschnittlich nass und windreich verlaufen. Dennoch bedeutet dies keineswegs eine Garantie für einen durchgehend lauen Winter.

Im weiteren Verlauf, insbesondere in den Monaten Jänner und Februar, steigt statistisch gesehen die Anfälligkeit für plötzliche Kälteeinbrüche mit arktischer Polarluft aus dem Norden oder kontinentalen Frostmassen aus dem Osten. Gesichert ist unterdessen, dass die im Ozean gespeicherte Hitze verzögert auf das Weltklima durchschlägt: Klimatologen warnen davor, dass das Jahr 2027 weltweite Temperaturrekorde brechen könnte – mit entsprechend ungemütlichen Aussichten für die kommenden Sommermonate in Europa.