Hitze, Dürre und Co.
Rekord-El Niño: Das steht uns jetzt bevor
Wissenschaftler beobachten die Entwicklung des Klimaphänomens El Niño derzeit mit großer Sorge. Einige Experten halten es für möglich, dass sich eines der stärksten Ereignisse seit Beginn der Wetteraufzeichnungen entwickelt. Paul Roundy von der State University of New York spricht sogar von einem möglichen El Niño, der zu den stärksten der vergangenen 140 Jahre zählen könnte.
Auch die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) erwartet, dass sich die El-Niño-Bedingungen weiter verstärken und bis mindestens in den Winter hinein anhalten. UN-Generalsekretär António Guterres warnte bereits, das Wetterphänomen könne in einer sich erwärmenden Welt wie ein "Brandbeschleuniger" wirken.
El Niño entsteht, wenn sich die Meeresoberfläche im tropischen Pazifik ungewöhnlich stark erwärmt. Dadurch verändern sich Luftströmungen und Wettermuster weltweit. Die Folgen können von Region zu Region sehr unterschiedlich ausfallen.
Verheerende Folgen
In Teilen Asiens, Australiens, Afrikas und Mittelamerikas drohen längere Trockenperioden, extreme Hitze und Wasserknappheit. Dies kann die Landwirtschaft, die Trinkwasserversorgung und die Stromproduktion aus Wasserkraft erheblich beeinträchtigen. Gleichzeitig steigt die Gefahr von Waldbränden deutlich an.
Anderen Regionen droht das Gegenteil: Vor allem an der Pazifikküste Südamerikas können sintflutartige Regenfälle und schwere Überschwemmungen auftreten. Bereits frühere El-Niño-Ereignisse verursachten dort enorme Schäden an Infrastruktur und Landwirtschaft.
Auch interessant
Besonders betroffen könnte auch die weltweite Lebensmittelversorgung sein. Ernteausfälle durch Dürren, Hitze oder Starkregen können die Preise steigen lassen und die Versorgung verschlechtern. Während des starken El Niño 2015/16 waren Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.
Zudem geraten die Meere unter Druck. Höhere Wassertemperaturen fördern Korallenbleichen und belasten empfindliche Ökosysteme zusätzlich.
Experten betonen jedoch, dass El Niño vergleichsweise früh erkannt werden kann. Dadurch haben Regierungen und Behörden Zeit, Schutzmaßnahmen zu treffen und sich auf mögliche Wetterextreme vorzubereiten. Sollte sich das Phänomen tatsächlich weiter verstärken, könnten seine Auswirkungen weltweit spürbar werden.