Der 22-Jährige schwamm am Mittwoch im Semifinale über 200 m Brust auf den zweiten Gesamtrang, in 2:08,85 Min. drückte er den rot-weiß-roten Rekord um gleich 1,03 Sek. Um die Medaillen geht es am Donnerstag (19.29 Uhr). Die bisherige OSV-Bestmarke (2:09,88) hatte Christopher Rothbauer am 28. Februar 2020 fixiert. Iris Julia Berger wurde über 200 m Kraul 16.
Mladenovic steigerte sich von seinem siebenten Aufstiegsplatz aus dem Vorlauf um 1,68 Sek. Seine mehr als ein Jahr alte persönliche Bestzeit unterbot er um 1,23 Sek. und drang über diese Strecke damit in eine neue OSV-Dimension vor. "Ich bin sehr zufrieden mit der Zeit", sagte Mladenovic im APA-Gespräch. "Ich habe gedacht, dass für das Finale 2:08 notwendig ist. Darauf habe ich mich vorbereitet. Umso besser, wenn ich damit Zweiter werde. Ich glaube, da ist noch ein bisschen etwas drinnen. Angepeilt in meinem Kopf ist eine 2:08 nieder."
Schon in der Taper-Phase im unmittelbaren EM-Vorfeld hätten die langen Züge gut funktioniert. Mit nur 13 bzw. 15 Zügen auf den ersten beiden Längen könne er so ein hohes Tempo anderer energieschonend mitgehen. Bemerkenswert, dass das geklappt hat, obwohl der führende Niederländer Caspar Corbeau zur Rennhalbzeit nur 14 Hundertstel hinter der Weltrekord-Durchgangsmarke war. Als Dritter auf die Schlusslänge gegangen, steigerte Mladenovic seine Frequenz und schwamm in seinem Lauf zum Sieg. "Da habe ich gezeigt, dass ich da mitschwimmen kann."
Olympia-Limit unterboten
Sehr zufrieden stimmte den Studenten der Texas-University in Austin auch, dass er nun erstmals die Olympia-Norm für Los Angeles 2028 unterboten hat. Diese liegt bei 2:09,35, Gültigkeit haben erbrachte Limits erst ab 1. März 2027. "Das gibt mir sehr viel Selbstbewusstsein", betonte der U23-Triple-Europameister freilich den wichtigen mentalen Aspekt. An eine Medaille in seinem ersten Langbahn-EM-Endlauf denke er nun nicht. "Ich möchte meine Zeit noch einmal unterbieten, vorne mitbeißen. Es wird noch einmal schneller werden. Ich weiß, dass ich zulegen muss."
Berger zog trotz des am Vormittag fixierten Aufstiegs ins Semifinale sehr unzufrieden Resümee, vom 16. Platz in 1:59,19 Min. nach den Vorläufen brachten sie 1:58,83 in der Vorschlussrunde nicht weg. "Ich verstehe nicht, warum ich langsamer als vor einem Jahr schwimme. Es tut einfach nur weh", beschrieb die 21-Jährige das Körpergefühl im Wasser. Ihren österreichischen Rekord hatte sie im Juli 2025 in Aarhus in 1:58,08 aufgestellt. Nach den Vorläufen wurden Marlene Kahler in 2:01,28 Min. 31. und Nida Omid in 2:03,77 41. Kahler tritt am Sonntag nicht über 400 m Kraul an.
Bucher out: "Sehr enttäuschend"
Über 100 m Delfin brachte Bucher sein übliches Leistungsvermögen wie über 50 m Delfin nicht ins Wasser. "Das ist sehr enttäuschend", meinte der Tiroler über seine 52,37 Sek. "Ich habe schon öfter gehabt, dass der 50er gar nicht gegangen ist und der 100 dafür. Aber dass der 100er auch so schlecht ist, das tut eigentlich ein bisschen weh." Er könne sich freilich nichts vorwerfen, habe alles gegeben. Ein Faktor könnte seiner Meinung nach das Mehr an Muskulatur sein. "Ich bin ein bisserl mehr vom Gewicht her, da wird sich wahrscheinlich auch die Wasserlage ein bisschen verändern."
Lukas Edl - in 52,20 nur 17 Hundertstel am Semifinale vorbei und vier Ränge vor Bucher 22. - war auch in seinem dritten Bewerb im Olympic Aquatic Centre bester Österreicher, drängt sich immer mehr für die Lagenstaffel auf. Im Rennen über die mittellange Delfinstrecke sei er schwimmerisch gut gewesen. "Aber der Start war nicht perfekt, die Wende war schlecht, beim Abstoß habe ich etwas verschenkt und auch beim Anschlag zwei, drei Zehntel." Für Martin Espernberger waren seine 53,32 (40.) "schon enttäuschend", aber ohne Rückschlüsse auf 200 m Delfin.
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Aviva Hollinsky kam über 400 m Lagen in 4:52,64 Min. unter 14 Sportlerinnen auf Rang 13. Jakub Maly, interimistischer OSV-Sportdirektor, nominierte indes Edl und Heiko Gigler für die Staffel über 4 x 100 m Kraul am Donnerstag als Start- bzw. Schlussschwimmer. Dazwischen kommen Viktor Kopf und Christian Giefing zum Einsatz.