Noch ist es viel zu früh, um einen eisigen Winter für Österreich auszurufen. Doch die langfristigen Wettermodelle liefern derzeit interessante Signale: Im Pazifik baut sich ein außergewöhnlich kräftiges El-Niño-Ereignis auf. Nach aktuellen Daten der US-Wetterbehörde NOAA liegt die Wahrscheinlichkeit für ein sehr starkes El Niño im Herbst und Winter 2026/27 bei mehr als 90 Prozent. Für Oktober bis Dezember wird sogar mit einer 75-prozentigen Wahrscheinlichkeit eines historischen Ereignisses gerechnet.
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Rekord-El-Niño
Die große Frage ist, welche Folgen das für Europa und damit auch Österreich haben könnte. El Niño kann die großräumige Zirkulation der Atmosphäre verändern. Besonders interessant ist dabei der Polarwirbel über der Arktis. Er hält normalerweise sehr kalte Luftmassen weit im Norden. Wird dieser Wirbel im Verlauf des Winters deutlich geschwächt oder sogar geteilt, kann sich die Kaltluft weiter nach Süden ausbreiten.
Aktuelle Langfristmodelle sehen entsprechende Signale vor allem für die zweite Winterhälfte. Das bedeutet allerdings noch keine konkrete Kälteprognose für Österreich. Der Polarwirbel bildet sich derzeit erst aus und ist Mitte September sogar relativ kräftig.
"Eisig lahmlegen"
Für Österreich könnte ein später Polarwirbel-Einbruch dennoch spannend werden: Sollte sich über Europa eine geeignete Wetterlage einstellen, wären längere Frostperioden und winterliche Niederschläge möglich. Gerade in den Alpen könnte das erhebliche Auswirkungen auf Schnee und Wintersport haben. Entscheidend ist jedoch, ob und wie stark sich die großräumigen Signale tatsächlich bis Mitteleuropa durchsetzen. Wetterexperte Karsten Brandt sagt dazu gegenüber der BILD. "Sollte der Polarwirbel reißen, dann kann die eiskalte Luft nach Süden ausbrechen und auch Europa eisig lahmlegen."
Fest steht derzeit vor allem: Das außergewöhnlich starke El Niño macht den Winter 2026/27 meteorologisch besonders interessant. Eine seriöse Aussage darüber, ob Österreich tatsächlich einen Kältewinter bekommt, ist im September aber noch nicht möglich.