In einem ausführlichen Interview mit dem Sender CNN Portugal hat Cristiano Ronaldo unmissverständlich klargestellt, dass er sich selbst als den besten und komplettesten Fußballer der Geschichte sieht. Gleichzeitig rechnete der portugiesische Superstar mit seinen Kritikern ab und zog einen bemerkenswerten Vergleich zur Formel 1.
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Rekordmarke von 1.000 Toren kein Maßstab für das Vermächtnis
Der Ausnahmekönner, der in seiner Vereinskarriere für europäische Topklubs wie Manchester United, Real Madrid und Juventus Turin auflief und aktuell beim saudi-arabischen Klub Al-Nassr unter Vertrag steht, traf am vergangenen Freitag beim 3:0-Erfolg über Diriyah zum 980. Mal in einem Pflichtspiel. Trotz dieser beeindruckenden Ausbeute wehrt sich Ronaldo vehement gegen die Fixierung der Öffentlichkeit auf eine magische Zahl. Zwar wird der brasilianischen Ikone Pelé offiziell zugeschrieben, zwischen 1956 und 1977 mehr als 1.000 Tore erzielt zu haben, doch Ronaldo will der erste Spieler der modernen Ära sein, der diesen Meilenstein erreicht – mit dem Unterschied, dass jeder einzelne seiner Treffer auf Video dokumentiert ist.
Dennoch kritisierte Ronaldo die ständige Debatte rund um die 1.000-Tore-Schallmauer deutlich:
- "Die Leute wissen nicht zu schätzen, was ich im Moment leiste, meine Tore. Sie machen sich mehr Sorgen darum, wie viele Tore mir noch bis zur 1.000 fehlen. Das gefällt mir überhaupt nicht", betonte Ronaldo.
- "Die Dinge müssen auf natürliche Weise passieren. Ob ich nun 920 Tore erziele, 925 oder 930... Ich bin der Größte aller Zeiten. Punkt. Wenn es darum geht, Tore zu schießen, sprechen die Zahlen für sich selbst."
- "Wenn ich die Tausend erreiche, wird es fantastisch sein, aber ich werde mich nicht hierher setzen und sagen, dass ich sie unbedingt erreichen muss."
GOAT-Duell mit Lionel Messi wie Senna gegen Prost
In der anhaltenden Debatte um den Status des besten Spielers der Geschichte („Greatest of All Time“) konkurriert Ronaldo seit fast zwei Jahrzehnten mit Lionel Messi, während viele Fans weiterhin Pelé oder Diego Maradona favorisieren. Messi war erst vergangene Woche nach dem 3:0-Sieg von Weltmeister Argentinien gegen Benin von den Fans emotional gefeiert worden, als er seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt gab.
Ronaldo respektiert individuelle Vorlieben, findet bei Kritik an seinen Fähigkeiten jedoch drastische Worte:
- Wer die fußballerischen Qualitäten von Pelé, Maradona oder Messi bevorzuge, bewege sich im Bereich des persönlichen Geschmacks.
- Zu behaupten, Ronaldo sei kein kompletter Spieler, bezeichnete der Portugiese jedoch als glatte Lüge: "Zu sagen, dass Cristiano Ronaldo kein kompletter Spieler ist, ist eine Lüge. Ich bin der kompletteste Spieler."
- Seine sportliche Rivalität mit Messi verglich er mit dem legendären Formel-1-Duell zwischen Alain Prost und Ayrton Senna: "Der eine hat immer den anderen motiviert, genau wie Alain Prost und Ayrton Senna in der Formel 1."
Eklat im Nationalteam und Bruch mit Trainer Jorge Jesus
Abseits des Platzes sorgt Ronaldos Situation im portugiesischen Nationalteam für massive Unruhe. Während der Länderspielpause verließ er die Auswahl nach einem schweren Zerwürfnis mit Teamchef Jorge Jesus, woraufhin ihn der portugiesische Fußballverband mit einer Suspendierung belegte. Die Spannungen eskalierten, nachdem Jesus sein Wort gebrochen haben soll, Ronaldo am 27. September im Match gegen Norwegen von der Ersatzbank einzuwechseln.
Ronaldo veröffentlichte daraufhin eine 1.996 Wörter lange Stellungnahme, in der er dem Trainer Lügen und gebrochene Versprechen vorwarf. Trotz seiner historischen Erfolge – darunter der Gewinn der Europameisterschaft 2016 sowie zwei Titel in der Nations League – droht das letzte Kapitel seiner Nationalteam-Laufbahn überschattet zu werden.
Ungewissheit über die sportliche Zukunft bei Al-Nassr
Auch hinsichtlich seiner weiteren Karriere bei Al-Nassr und im Nationalteam ließ Ronaldo die Zukunft völlig offen. Im Interview deutete er an, dass das Ende seiner Laufbahn überraschend schnell kommen könnte: "Ich weiß nicht, was morgen passieren wird. Vielleicht wache ich eines Tages ohne Motivation auf und will nicht mehr spielen. Ich weiß wirklich nicht, was passieren könnte."