Performance
Salzburg: Festspiel-Warnung vor blutiger Premiere
Ein achtjähriges Mädchen muss hilflos mitansehen, wie eine Bevölkerungsgruppe massakriert wird. Dieses Verbrechen wurde von ihrem eigenen Volk begangen, und ohne es zu wissen oder es zu verstehen, trägt sie eine Mitschuld. 75 Jahre später reißt eine Untersuchung die Wunden der Vergangenheit wieder auf. In seiner Theaterarbeit "Europa", die heute Sonntag bei den Salzburger Festspielen Premiere feiert beschäftigt sich Krzysztof Warlikowski ausgehend von einem Text des mit dem Europäischen Dramatiker-Preis ausgezeichneten Wajdi Mouawad mit Fragen von Schuld und Verantwortung und setzt moderne Konflikte in Beziehung zu antiken Tragödien.
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Europa befasst sich in der Szene Salzburg mit der Erinnerung an ein Verbrechen, mit der Last des Schweigens und mit der Frage, wie Traumata über Generationen hinweg weitergegeben werden.
Als Einführung präsentiert der Autor Wajdi Mouawad an jedem der drei Aufführungstage ab 18 Uhr in der Szene Salzburg eine Performance "Der innere Schatten, der schreibt" die auch die Fragestellungen des Stückes und sein Schreiben aufgreift.
Die Salzburger Festspiele haben dafür sogar eine Warnung ausgesprochen. "Der Prolog enthält eine reale Blutabnahme sowie den sichtbaren Umgang mit echtem Blut. Personen, die empfindlich auf medizinische Eingriffe, Blut oder entsprechende Darstellungen reagieren, wird empfohlen, den Prolog nicht zu besuchen und erst zur Vorstellung von Europa den Zuschauerraum zu betreten."