"Salzburg hat uns mit ihrer individuellen Qualität die Grenzen aufgezeigt", gestand Rapids Verteidiger Jannes Horn. Die Heimischen waren in Feierlaune. "Wir nehmen einen Riesenschwung mit", sagte Salzburgs Valentin Zabransky.
Die Bilanz spricht eine deutliche Sprache. Unter Röhl gab es in zehn Pflichtspielen noch keine Niederlage, zuletzt waren es fünf Siege am Stück. Mit einem 3:0 gegen Mjällby samt Aufstieg in die Europa-League-Ligaphase, 4:1 gegen die Wiener Austria und dem noch höheren Erfolg über den Wiener Lokalrivalen gelangen drei davon innerhalb weniger als einer Woche.
"Wir sind auf einem sehr guten Weg und werden dem hohen Anspruch aktuell gerecht", betonte Röhl. Freuen dürfe man sich aber nur kurz. "In wenigen Tagen müssen wir wieder liefern. Das zeichnet gute Mannschaften aus. Deshalb ist es wichtig, gierig, hungrig und auf dem Boden zu bleiben", sagte der Deutsche.
5:1 und 4:1 gegen Wiener Klubs
Rapid erging es noch schlechter als der Austria, diesmal benötigten die Salzburger nicht einmal 21 Minuten, um dank Haris Tabakovic (4., 21.) und Nikolas Veratschnig (15.) mit 3:0 zu führen. Ersterer hält nun schon bei acht Pflichtspiel-Saisontoren.
"Wenn man mich an Toren misst, ist das gar nicht so schlecht. Ich merke, dass die Fitness mit den Spielen immer besser wird und auch das Zusammenspiel funktioniert immer besser", sagte der 32-Jährige. In der Folge trafen auch noch Edmund Baidoo (46.) und Karim Konate (90.).
"In der Offensive war das hervorragend. Wir haben in Ballbesitz eine neue Benchmark für uns gesetzt, waren sehr flüssig, kombinationssicher, haben die Räume sehr gut gefunden und im richtigen Moment beschleunigt", analysierte Röhl. Tabakovic unterstrich einmal mehr, dass er in dieser Saison zur entscheidenden Figur werden könnte.
Tabakovic: "Haben ein Statement gesetzt"
"Mit dem Ball war das überragend, wir haben ein Statement gesetzt", meinte der Stürmer. Die Effizienz, vor allem vor der Pause, war ein großer Trumpf. Die Hütteldorfer halfen mit einer schwachen Abwehrarbeit allerdings auch mit.
"Wenn man so verteidigt, dann reicht es nicht. Tabakovic hat hohe individuelle Qualität, wir haben es ihm aber auch zu leicht gemacht", sagte Horn. Sein Trainer konnte ihm nur zustimmen. "Sie haben uns eiskalt bestraft für unsere Fehler, das war insgesamt viel zu wenig von uns", befand Johannes Hoff Thorup nach einer "harten" Niederlage.
Wenn man vorne zu sorglos mit den Chancen umgehe und hinten anfällig sei, komme so ein Ergebnis zustande. Schnell abhaken war angesagt. "Wir verlieren lieber einmal 1:5, als fünfmal 0:1", betonte Horn.
Rapid spielt mit, aber verteidigt schwach
Von der Statistik hätte man so ein klares Ergebnis nicht erwarten müssen. Rapid hatte mit 50,3 Prozent Ballbesitz, 17:16-Schüssen aufs Tor sowie 6:2-Eckbällen in einigen Bereichen gar leichte Vorteile. Neben der offensiven Kaltschnäuzigkeit sprach am Ende aber auch die enorme defensive Stabilität für die Gastgeber. Die hatten drei 19-Jährige und einen 20-Jährigen in der Startelf.
"Die Mischung und Balance aus Erfahrung und jungen Spielern macht es aus", unterstrich Röhl. Ideal ist für ihn, dass neben der Qualität auch die Quantität passt. "Es ist aktuell der Schlüssel, dass wir nicht elf, sondern 21 Spieler haben, die mir ein gutes Gefühl geben. Wir können rotieren, ohne Qualität zu verlieren, immer eins draufsetzen", erläuterte Salzburgs Trainer.
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Als nächste Hürde wartet in der 2. ÖFB-Cup-Runde ein Gastspiel bei Zweitligist St. Pölten. "Jetzt wird Party in der Kabine gemacht, wir werden es heute genießen, morgen regenerieren und am Sonntag wieder angreifen", kündigte Zabransky an. Rapid muss bereits am Samstag bei Zweitliga-Absteiger Austria Klagenfurt ran.