50. Verleihung

Schätte: Das ist die neue Bachmann-Preisträgerin

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Die 32 Jahre alte Autorin überzeugte mit ihrem Text "Was wir tragen"
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Beim diesjährigen Wettlesen in Klagenfurt bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur wurde geschwitzt, geschwafelt, gelesen und schließlich ausgezeichnet: Die deutsche Autorin Lena Schätte hat den diesjährigen Bachmann-Preis für ihren Text Was wir tragen, gewonnen.

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Das Preisgeld wurde im 50. Jahr der Vergabe auf 30.000 Euro angehoben, auch der BKS-Bank-Publikumspreis mit 7.000 Euro und einer Position als "Carinthischer Sommer Festivalschreiberin 2027" ging an die 32 Jahre alte Autorin.

Aktueller Roman wurde zum Hit

Schätte, die in der Zeit vor ihrem Leben als Autorin Psychiatriekrankenschwester war, sorgte mit ihrem 2024 erschienenen Roman Das Schwarz an den Händen meines Vaters für Aufsehen. Darin dreht sich alles um eine Vater-Tochter-Alkohol-Beziehung. Der Vater säuft so viel, dass er irgendwann den Job verliert, weil die Kollegen Angst haben, dass er sich verletzen könnte, die Tochter beobachtet seine Räusche und beginnt ebenfalls zu trinken und ihr Leben zu verpassen.

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Schätte schaffte es mit dem Buch auf die Longlist des Deutschen Buchpreises und erhielt den W.-G.-Sebald-Literaturpreis. In Schättes ausgezeichnetem Bachmann-Text Was wir tragen geht es um zwei Mädchen, die in der Schule zueinanderfinden, weil sie die dicksten sind. "Der Text von Lena Schätte ist von existenzieller Wucht, er ist wichtig und gewichtig", sagte Juror Thomas Strässle, der sie nach Klagenfurt eingeladen hatte, in seiner Laudatio bei der Preisverleihung am vergangenen Sonntag. Der Text ist Teil eines noch titellosen Romans, der laut Autorin im nächsten Jahr erscheinen soll.

50. Tage der deutschsprachigen Literatur -Lesung Lena Schätte © ORF

Weitere Preise

Den mit 15.000 Euro dotierten Kelag-Preis gewann Kinga Toth mit ihrem Text OstblockMädl, der Deutschlandfunk-Preis (12.500 Euro) ging an den 1989 in Hessen geborenen Ozan Zakariya Keskinkılıç und der 3sat-Preis an die gebürtige Österreicherin Magdalena Schrefel.

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Wer folgt auf Kastberger?

Bei der 50. Verleihung des Ingeborg-Bachmann-Preises lobte die Jury immer wieder die ersten Sätze der Geschichten im Bewerb als stark. In den Texten ging es mitunter sehr körperlich zu. Bei der Beschreibung ungleicher Liebe, der Schilderung einer Brustkrebserkrankung, mit dem Leben im Exil oder als mehrgewichtiger Mensch. Geneckt haben einander die Jurymitglieder (darunter Brigitte Schwens-Harrant, Mara Delius, Philipp Tingler u.m.) wie üblich in höchstintellektuellen Sphären, wenngleich es einige wenige ungewöhnlich tiefe Stellen gab.

Juryvorsitz

Einer, der kommendes Jahr nicht mehr für gepflegte Schlagabtäusche zur Verfügung steht, ist der Germanist und Literaturkritiker Klaus Kastberger, der elf Jahre lang in der Jury saß und den Vorsitz seit 2024 innehatte. Vermutlich wird aus der verbleibenden Riege der Jury eine Vorsitzende oder ein Vorsitzender auserkoren. Bleibt aber die Frage, wer neu dazukommt. Traut man sich, den Sessel mit einer Person zu besetzen, die vielleicht einen popkulturellen Zugang zu Literaturkritik vertritt, oder wird auf Nummer sicher gegangen und konservativ gewählt? Es bleibt spannend und wird richtungsweisend sein.