Nico Schlotterbeck wollte eine Flanke. Marcel Sabitzer wollte schießen. Und Niko Kovač hatte von der Seitenlinie eine ziemlich klare Meinung: "Sabi, schieß bitte." Was dann folgte, war einer jener seltenen Momente, in denen ein Fußballer mit einem einzigen Schuss alle Diskussionen beendet. Sabitzer zirkelte den Ball aus 26,2 Metern mit 110,4 km/h ins Kreuzeck und schoss Borussia Dortmund in der 93. Minute zum 3:2 gegen Werder Bremen. Die statistische Torwahrscheinlichkeit: gerade einmal 3,8 Prozent.
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Schlotterbeck wollte den Ball in die Mitte
Dabei war die Ausführung des entscheidenden Freistoßes keineswegs von Anfang an beschlossene Sache. Schlotterbeck hatte Sabitzer geraten, den Ball in den Strafraum zu flanken. Der ÖFB-Teamspieler sah das anders.
"Mein erster Gedanke war zu schießen", erzählte Sabitzer anschließend bei Sky. Dass sein Trainer von draußen dieselbe Idee hatte, bestärkte ihn zusätzlich. "Ich habe auch auf meinen eigenen Willen gehört", erklärte der 32-Jährige.
Schlotterbeck blieb nach dem Schlusspfiff nur die sportliche Einsicht. "Wer trifft, hat recht", sagte der Verteidiger. An der Qualität seines Mitspielers hatte er ohnehin nie gezweifelt: "Er hat einen unglaublichen Fuß, einen unglaublichen Schuss."
Ein Treffer für die persönliche Erinnerung
Für Sabitzer war das Tor mehr als die Entscheidung in einem Pokalspiel. "Das ist einer der emotionalsten Momente im BVB-Trikot", sagte er bei Sky. Im Sportschau-Interview ging er noch weiter: "Der Moment wird für immer abgespeichert."
Dabei hatte er zunächst 71 Minuten auf der Ersatzbank gesessen. Dortmunds frühe 2:0-Führung durch Serhou Guirassy (6.) und ÖFB-Star Carney Chukwuemeka (17.) war nach einem Doppelpack von Ex-BVB-Stürmer Niclas Füllkrug (65./Elfmeter, 68.) dahin gewesen. Erst dann brachte Kovač den Österreicher.
Der Trainer bezeichnete den späten Freistoß als Geniestreich und erinnerte an Sabitzers wichtigen Treffer gegen Atlético Madrid. Auch Torhüter Gregor Kobel konnte sich einen Kommentar nicht verkneifen: "Der Sabi hat einen guten Freistoß."
Mit dem 3:2 zog Dortmund ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein. Bereits am Samstag (18.30 Uhr) wartet im Signal Iduna Park der Bundesliga-Klassiker gegen Bayern München.