Van Bergen (†94)

Schock! Dschungelstar enterbte eigene Tochter

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Nach dem Ableben der früheren Dschungelkönigin Ingrid van Bergen sorgt die offizielle Eröffnung ihres Testaments für enormes Aufsehen. Eine Taxifahrerin erbt ihr Vermögen.
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Am Mittwochmorgen wurde das brisante Dokument vor dem zuständigen Amtsgericht Winsen im deutschen Bundesland Niedersachsen eröffnet. Alles, was Schauspielerin Ingrid van Bergen zum Zeitpunkt ihres Todes am 28. November 2025 noch an Habseligkeiten und Werten besaß, geht laut BILD nach ihrem ausdrücklichen Wunsch an Sieglinde Schnitzler aus München.

Die Begünstigte, die zeitlebens als Taxifahrerin hart gearbeitet hat und heute von einer äußerst bescheidenen Pension von monatlich 240 Euro über die Runden kommen muss, steht nach der Testamentseröffnung unter Schock. Reichtum bedeutet der Münchnerin wenig, da der schmerzhafte Verlust der geliebten Freundin schwerer wiegt. Unter Tränen erklärte sie nach dem Gerichtstermin, wie sehr sie trauert: "Mir wäre lieber, meine Ingrid wäre noch da. Ich habe ihren Tod nicht verwunden, sie fehlt mir jeden Tag."

Die emotionale Distanz zur eigenen Verwandtschaft hielt Ingrid van Bergen in deutlichen Worten fest. In dem handschriftlichen Dokument rechnete sie unmissverständlich mit ihrer Familie ab: "Meine Tochter Andrea, die sich seit Jahrzehnten nicht um mich kümmert und auch die Enkel enterbe ich." Dieses Schriftstück verfasste die Schauspielerin bereits am 29. Dezember 2009 mit Füllfeder auf einem weißen Blatt Papier, nur wenige Monate nach ihrem gefeierten Sieg in der RTL-Show "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!". Bis zu ihrem Lebensende änderte die Künstlerin an dieser harten Verfügung keine einzige Zeile mehr.

Anwesen in Eyendorf und Obsorge für Mops Rocky

In dem handschriftlichen Dokument regelte van Bergen auch den Verbleib ihres materiellen Besitzes mit klaren Worten: "Im Falle meines Todes oder Verlustes meiner geistigen Kräfte durch Unfall oder Krankheit verfüge ich, dass mein Eigentumsanteil am Anwesen in Eyendorf in den Besitz von Sieglinde Schnitzler in München übergeht. Ebenso alles bewegliche und unbewegliche Inventar sowie meine Tiere." Die erwähnte Liegenschaft in Eyendorf soll einen geschätzten Wert von rund 450.000 Euro aufweisen, wobei die eine Hälfte der Immobilie ohnehin bereits Linda Schnitzler gehörte. Neben persönlichen Erinnerungsstücken hinterließ van Bergen ihrer Vertrauten zudem ihren treuen vierbeinigen Begleiter, den betagten Mopsrüden Rocky.

Die Wurzeln dieser außergewöhnlichen Loyalität reichen bis in das Jahr 1977 zurück, als sich beide Frauen im bayerischen Frauengefängnis Aichach kennenlernten. Schnitzler verbüßte damals eine Haftstrafe, weil sie aus Eifersucht die Geliebte ihrer damaligen Freundin erschossen hatte. Van Bergen saß in derselben Strafanstalt ein, nachdem sie – ebenfalls aus verletzter Eifersucht – ihren Geliebten Klaus Knaths mit Schüssen getötet hatte. Hinter den Mauern der Justizanstalt entwickelte sich zwischen den beiden verurteilten Frauen eine tiefe Verbundenheit, die bis zum letzten Atemzug der Darstellerin unerschütterlich hielt.

Aufopferung nach der Haft und Übernahme hoher Schulden

Als die beiden Frauen im Jahr 1981 aus der Strafhaft entlassen wurden, begann für van Bergen ein schwerer Neubeginn vor dem finanziellen Nichts. Bayern hatte Schadenersatzzahlungen an die Witwe und die hinterbliebenen Kinder des getöteten Klaus Knaths bevorschusst, die die Schauspielerin mit einem umgerechneten Schuldenberg von rund 200.000 Euro tilgen musste. In dieser existenzbedrohenden Lage bewies Schnitzler beispiellose Treue: Sie arbeitete als Taxi-Lenkerin in München und stotterte die gewaltige Summe Monat für Monat in mühsamen Raten ab.

Für Schnitzler war dieser enorme finanzielle Kraftakt eine Selbstverständlichkeit, wie sie rückblickend betonte: "Aber für mich selbstverständlich. Ingrid war meine liebste Freundin und sie hat nach der Haft lange kein Filmangebot bekommen." Vor fünf Jahren gab die treue Freundin schließlich ihr Leben in München gänzlich auf und übersiedelte nach Niedersachsen, um die zum Pflegefall gewordene Schauspielerin bis zu deren Ableben aufopferungsvoll zu betreuen. Die Einsetzung als Alleinerbin empfindet Schnitzler als ein berührendes Zeichen tiefer Dankbarkeit für dieses Lebensbündnis. Eine Stellungnahme der enterbten Tochter Andrea Sehnke war bislang nicht zu bekommen.