Ceuta-Krise

Bereits 21 Abschiebungen: Italien schickt Migranten zurück nachhause!

© Gamma-Rapho via Getty Images
Seit der Wiedereinführung von Kontrollen an den italienischen Grenzen zu Spanien sind nach Angaben des italienischen Innenminister drei Menschen festgenommen und 21 irregulär eingereiste Drittstaatsangehörige zurückgewiesen worden.
Zur Vollversion des Artikels

Unter den Zurückgewiesenen seien sechs marokkanische Staatsbürger, sagte Innenminister Matteo Piantedosi am Donnerstag bei einer Anhörung in der Schengen-Kommission des italienischen Parlaments.

Italien werde die vorübergehende Aussetzung der Schengen-Regeln gegenüber Spanien nicht vor Samstag dem 15. August überprüfen, sagte der Minister. Danach werde man entscheiden, ob die Maßnahme verlängert wird, oder nicht. Voraussetzung für eine Aufhebung der Maßnahme sei, dass die Risiken eines erneuten massenhaften Zustroms von Migranten in die spanische Exklave Ceuta vollständig verschwunden seien. Die Maßnahme sei keine politische Aktion gegen Spanien, betonte Piantedosi. Sie diene ausschließlich dem Schutz der nationalen Sicherheit. Nach dem massenhaften Zustrom von Migranten nach Ceuta Ende Juli beobachte die italienische Regierung die Lage weiterhin genau.

55 Prozent weniger Migrantenankünfte als im gleichen Zeitraum 2025 in Italien

Spanien hatte seinerseits am vergangenen Freitag mit stichprobenartigen Kontrollen bei Reisenden aus Italien reagiert. Piantedosi bezeichnete diese Kontrollen als im Wesentlichen vergeltende Maßnahme. Italiens Vorgehen stehe dagegen auf einer objektiven Grundlage und sei mit dem europäischen Recht vereinbar, sagte der Minister.

© Anadolu via Getty Images

Piantedosi verwies zudem auf die Entwicklung der Migration nach Italien. Seit Jahresbeginn seien rund 17.000 Menschen auf dem Seeweg angekommen - 55 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2025 und 82 Prozent weniger als in den ersten sieben Monaten des Jahres 2023. Im Vergleich dazu seien innerhalb von zwei Tagen rund 80.000 Migranten nach Ceuta gelangt.

Seit Beginn der aktuellen Legislatur im Oktober 2022 seien außerdem 256 Personen aus Gründen der nationalen Sicherheit aus Italien ausgewiesen worden. Die Zahl der Rückführungen habe 2026 bisher rund 5.300 erreicht und sei damit nahezu doppelt so hoch, wie im entsprechenden Zeitraum der Jahre 2024 und 2025, sagte Piantedosi.