Sensation

Schule öffnet nach über 20 Jahren wieder – für eine einzige Schülerin

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Auf der abgelegenen italienischen Vulkaninsel Stromboli gibt es ein rührendes Schul-Comeback zu feiern. Im kleinen Ort Ginostra wurde nach mehr als zwei Jahrzehnten wieder der Unterricht aufgenommen, um ein einziges Mädchen zu unterrichten.
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Auf der italienischen Vulkaninsel Stromboli, die im Mittelmeer nördlich von Sizilien liegt und zu den Liparischen Inseln gehört, herrscht derzeit große Freude. Im malerischen, aber extrem abgeschiedenen Ort Ginostra an der Westküste hat nach mehr als 20 Jahren wieder eine Schule ihre Pforten geöffnet. Das Besondere an diesem geschichtsträchtigen Ereignis: Es gibt in der gesamten Schule nur eine einzige Schülerin. Die kleine Aysha wurde an ihrem allerersten Schultag feierlich von ihrer neuen Lehrerin empfangen, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete.

Der Unterricht findet unter ganz besonderen Bedingungen statt. Da es in dem winzigen Ort kein eigenes Schulgebäude mehr gibt, wurde ein Raum im lokalen Pfarrhaus aufwendig renoviert und für den Schulbetrieb hergerichtet. Die Gemeinde und das Büro des Bürgermeisters der Liparischen Inseln, Riccardo Gullo, bestätigten die Wiederaufnahme des Unterrichts auf Nachfrage. Für die Betreuung der einzigen Schülerin ist die engagierte Lehrerin Laura Mongi zuständig, die extra für diese Aufgabe ausgewählt wurde.

Inselbewohner feiern die historische erste Schulstunde

Der erste Schultag wurde für die kleine Dorfgemeinschaft zu einem emotionalen Festtag. Ein Video des lokalen Nachrichtenportals "notiziarioisoleeolie.it" zeigt die rührenden Szenen des Schulstarts vor Ort:

  • Die Lehrerin Laura Mongi führt ihre Schülerin an der Hand in das neu gestaltete Klassenzimmer im Pfarrhaus.
  • Das Mädchen ist stolz mit einem bunten Schulranzen und einer traditionellen Schultüte ausgestattet.
  • Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner des Ortes versammelten sich vor dem Gebäude und begleiteten den Einzug der ersten Stunde mit lautstarkem Applaus und Freudentränen.

Dass in Ginostra überhaupt wieder unterrichtet werden kann, grenzt an ein kleines Wunder. Außerhalb der sommerlichen Urlaubssaison leben in dem abgelegenen Ort an den Hängen des aktiven Vulkans Stromboli gerade einmal rund 40 Einwohnerinnen und Einwohner. Ginostra ist zudem nur über den Seeweg erreichbar – es gibt keine Straßenverbindung zum Rest der Insel. Selbst um in den Hauptort Stromboli zu gelangen, müssen die Menschen zwingend ein Boot besteigen.

Kampf gegen den drohenden Bevölkerungsschwund

Der erfolgreiche Schulstart ist vor allem dem unermüdlichen Kampf der Eltern des Mädchens zu verdanken. Aysha ist die Tochter einer gebürtigen Strombolianerin und eines tunesischen Bauunternehmers. Die Familie hatte sich monatelang intensiv bei den Behörden für die Reaktivierung der Schule eingesetzt, um ihrer Tochter eine normale Kindheit in der Heimat zu ermöglichen. Ayshas Mutter, Monica Abbate, erklärte gegenüber der Zeitung "La Repubblica" voller Stolz, dass dies ein riesiger Erfolg für die gesamte Gemeinde der Liparischen Inseln und für ganz Ginostra sei.

Bürgermeister Riccardo Gullo hofft nun, dass dieses Leuchtturmprojekt Schule macht und ein wichtiges Signal gegen das Aussterben der Region sendet. Bisher waren viele Familien auf den kleinen, bewohnten Inseln der Region gezwungen, von September bis Mai nach Sizilien oder auf größere Nachbarinseln umzuziehen, damit die Kinder eine Schule besuchen können. Die Reaktivierung des Standorts in Ginostra soll nun ein erster, entscheidender Schritt sein, um den besorgniserregenden Bevölkerungsschwund auf den sieben bewohnten Inseln nachhaltig zu bremsen und jungen Familien wieder eine echte Perspektive vor Ort zu bieten.