Erzählung
Sebauer: Gemeingefährliche GURKERL
Als Schriftstellerin Johanna Sebauer ("Nincshof") 2024 beim Bachmann-Wettlesen ihren Text 'Das Gurkerl' vortrug, war das eine willkommene, witzig-kritische Abwechslung zu meist eher ernsteren Ausschnitten. Dafür erhielt die Sebauer gleich zwei Nebenpreise im Wettbewerb.
Gurkerl-Wasser als Empörungs-Auslöser
'Das Gurkerl' ist nun als Buch erschienen und findet sich bereits in den Buchcharts. Einem wichtig(tuerisch)en Redakteur spritzt Essigwasser ins Auge, als dieser sich ein Gurkerl schmecken lässt. Sofort geht er investigativ vor: Ist der Essig nicht gefährlich für Leib und Leben? Sind eingelegte Gurkerl überhaupt noch zeitgemäß oder ein kapitalistisches Symbol? Bald findet er Verbündete, die seine Meinung der gemeingefährlichen Gurkerl teilen...
Text über die Jammeranten
Sebauers Text, der von Nikolaus Heidelbach pointiert illustriert wurde, ist eine Abrechnung mit den Jammeranten unserer Zeit, die am liebsten jede Art von Verantwortung abschieben würden. Gleichzeitig haben alle zu allem eine Meinung. Nicht aber die Ich-Stimme, die sich mit ihrer Gleichgültigkeit identifiziert.
Klug und lustig – eine selten köstliche wie knackige Mischung. Passt auch gut als intellektuelle Beilage für lauschige Grillabende.