Oberösterreich
Seeviertel Gmunden: SORAVIA plant 170-Millionen-Projekt am Traunsee
Direkt am Traunsee steht Gmunden vor einer großen Veränderung. Auf dem ehemaligen Seebahnhof-Areal soll in den kommenden Jahren das neue Seeviertel Gmunden entstehen. Geplant ist kein klassisches Hotelprojekt, sondern ein komplett neues Quartier mit Wohnungen, Gastronomie, Geschäften, Gesundheitsangeboten und einem Vier-Sterne-Hotel.
Das Investitionsvolumen ist beachtlich: Rund 170 Millionen Euro will SORAVIA in das Projekt investieren. Alle notwendigen Genehmigungen seien mittlerweile rechtskräftig, der Baustart ist für den Frühsommer 2027 vorgesehen.
155 Millionen Euro Wertschöpfung
Welche Dimension das Projekt für Gmunden und die Region haben könnte, zeigen Berechnungen auf Basis einer volkswirtschaftlichen Analyse des Instituts für Höhere Studien (IHS).
Demnach soll das Seeviertel eine regionale Wertschöpfung von rund 155 Millionen Euro auslösen. Umgerechnet entspricht das rund 1.700 Jahresarbeitsplätzen. Zusätzlich sollen während der Projektumsetzung rund 53 Millionen Euro an Steuern und Abgaben entstehen.
Von der Gesamtinvestition entfallen etwa 117 Millionen Euro netto auf Bau- und Baunebenkosten. Allein auf der Baustelle sollen in Spitzenzeiten rund 200 Menschen gleichzeitig beschäftigt sein. Bei der Auftragsvergabe wolle man außerdem verstärkt auf Planer, Handwerker und Unternehmen aus der Region setzen.
Bis zu 150 neue Dauerarbeitsplätze
Auch nach der Fertigstellung soll das Areal ein wichtiger Arbeitgeber werden. In Hotel, Gastronomie, Ärztezentrum sowie Fitness- und Gewerbeflächen könnten laut Projektplanung bis zu 150 dauerhafte Arbeitsplätze entstehen.
Dazu kommen rund 90 Wohnungen für schätzungsweise 250 Bewohnerinnen und Bewohner. Für Gmundens Innenstadt könnte auch das einen spürbaren Effekt haben: Laut Projektberechnung sollen die neuen Bewohner jährlich rund zwei bis 2,5 Millionen Euro zusätzliche Kaufkraft in die Region bringen.
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Hotel mit rund 130 Zimmern
Herzstück des Seeviertels soll ein neues Vier-Sterne-Hotel werden. Der derzeitige Entwurf sieht rund 130 Zimmer vor. Neben den Hotelzimmern sind Seminarflächen für knapp 150 Personen sowie ein Spa-Bereich geplant. Restaurant, Seminarräume und Spa sollen dabei nicht ausschließlich Hotelgästen vorbehalten sein, sondern auch öffentlich genutzt werden können.
Bei einer angenommenen Auslastung von 65 Prozent könnte das Hotel auf mehr als 40.000 Nächtigungen jährlich kommen.Für die Stadt sollen daraus unter anderem Einnahmen aus Nächtigungsabgabe und Tourismusbeiträgen in Höhe von rund 150.000 Euro pro Jahr entstehen. Auch bei der Kommunalsteuer rechnet man mit etwa 150.000 Euro jährlich.
“Das Seeviertel ist weit mehr als ein Hotelprojekt. Es stärkt die regionale Wirtschaft und sichert der Stadt über Jahrzehnte planbare Einnahmen.”
SORAVIA-COO Hans-Peter Weiss
Mehr Gäste auch außerhalb des Sommers
Besonders spannend ist das Hotel auch aus Sicht des Ganzjahrestourismus. Gmunden und die Traunsee-Region ziehen zwar gerade im Sommer zahlreiche Besucher an, größere Kongresse, Seminare oder Reisegruppen können derzeit aber nicht immer ausreichend untergebracht werden. Nach Angaben des Tourismusverbands Traunsee-Almtal gehen der Region dadurch jedes Jahr Zehntausende Nächtigungen verloren.
Das neue Hotel soll deshalb bewusst auf Ganzjahrestourismus setzen. Tagungen, Firmenveranstaltungen, Seminare und Events könnten zusätzliche Gäste auch im Herbst, Winter und Frühjahr nach Gmunden bringen. Damit soll sich die Stadt stärker von einem klassischen Tagesausflugsziel zu einer Destination entwickeln, in der Besucher auch mehrere Tage verbringen.
Neue Promenade und mehr öffentlicher Raum am See
Verändern soll sich aber nicht nur das touristische Angebot. Zwischen Schiffslände und dem Park am Seebahnhof ist eine neue öffentliche Achse geplant. Auf rund 2.000 bis 2.600 Quadratmetern sollen Geschäfte für die Nahversorgung, Ordinationen, Gesundheits- und Fitnessangebote, Gastronomie sowie Büroflächen entstehen.
Ein zentraler Punkt der Planung: Die Seepromenade soll dauerhaft öffentlich zugänglich bleiben und im Zuge der Bauarbeiten zusätzlich aufgewertet werden. Damit würde sich ein Bereich, der bisher teilweise durch Bahnhofs- und Hotelnutzung geprägt beziehungsweise abgeschlossen war, stärker zur Stadt und zum Wasser öffnen.
Wenn alles nach Plan läuft, beginnt damit im Frühsommer 2027 eines der größten Entwicklungsprojekte, das Gmunden in den kommenden Jahren beschäftigen dürfte.