Geheimes Fenster

Sensationsfund im Schloss Schönbrunn

© Schloß Schönbrunn Kultur- u. Bet
Bei Restaurierungsarbeiten im Schloss Schönbrunn wurde eine überraschende Entdeckung gemacht, die neue Einblicke in die Geschichte einer der prunkvollsten Räume der Habsburger-Zeit liefert.

Der berühmte Zeremoniensaal im Schloss Schönbrunn wird derzeit umfassend restauriert. Dabei wurde ein seit zwei Jahrzehnten zugemauertes Fenster an der Gartenfassade geöffnet, wo man auf Spuren einer längst vergangenen Bauphase stieß. Hinter dem Mauerwerk kamen eine historische Holzdecke und kunstvolle Stuckelemente zum Vorschein. Die Funde zeigen: Der Saal war einst deutlich höher als heute.

Das zugemauerte Fenster im Schloss Schönbrunn. © ORF

Die Entdeckung wirft neue Fragen zur Entwicklung des Schlosses auf. Offenbar verfügte der Raum einst über zwei Fensterreihen übereinander. Erst später wurde eine hölzerne Wölbung eingezogen und der Saal in seiner Höhe reduziert. Warum dieser Umbau vorgenommen wurde, bleibt bisher ungeklärt. Experten vermuten, dass die ursprünglichen Dimensionen möglicherweise nicht den Vorstellungen des damaligen Hofes entsprochen haben.

Die Restaurierung des Zeremoniensaals im Schloss Schönbrunn läuft auf Hochtouren. © Schloß Schönbrunn Kultur- u. Bet

Besonders bemerkenswert ist auch die Konstruktion der heutigen Decke. Obwohl sie wie massives Mauerwerk erscheint, handelt es sich um eine aufwendig gestaltete Holzkonstruktion, die mit Strohmatten, Putz und kunstvollen Verzierungen verkleidet wurde.

Hightech soll mehr Aufschluss geben

Um die Geschichte des Raumes genauer zu erforschen, wird der gesamte Bereich nun digital vermessen. Mithilfe moderner 3-D-Scans entsteht ein detailliertes Modell des Saales. Zusätzlich untersuchen die Experten das verbaute Holz anhand seiner Jahresringe, um den Zeitpunkt der Bauarbeiten möglichst exakt bestimmen zu können.

Die Restaurierung des Zeremoniensaals im Schloss Schönbrunn läuft auf Hochtouren. © Schloß Schönbrunn Kultur- u. Bet

Der Zeremoniensaal spielte einst eine wichtige Rolle am Hof von Maria Theresia und diente als Vorraum zu den Audienzen von Kaiser Franz I. Stephan. Heute zählen die monumentalen Gemälde und prachtvollen Ausstattungen zu den Höhepunkten des Schlosses. Während die Kunstwerke direkt vor Ort restauriert werden, können Besucher den Bereich trotz der Arbeiten weiterhin passieren. Der Abschluss der aufwendigen Restaurierung ist für 2027 geplant.