Im Podcast "Betreff: Leben" von Schauspieler und "Bergdoktor"-Star Hans Sigl äußerte sich Mirja Boes nun erstmals ausführlich zu der Sexismus-Einstufung ihres Liedes "20 Zentimeter". Die Komikerin reagierte mit einer Mischung aus Humor, Verwunderung und Unverständnis auf die behördliche Empfehlung.
Auf die Frage, wie sie die Entscheidung aufgenommen habe, erklärte sie überraschend: "Ich war stolz." Verärgert sei sie über die Einordnung keineswegs gewesen, wenngleich sie die inhaltliche Kritik nicht nachvollziehen könne.
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"Nie mit Maßband durch den Alltag gegangen"
Boes stellte klar, dass der Song im Jahr 2000, den sie damals unter dem Künstlernamen "Möhre" auf Mallorca berühmt gemacht hatte, reiner Spaß gewesen sei. Schließlich sei sie nie mit einem Maßband durch den Alltag gelaufen, um nachzumessen, was bei den Männern im Schritt passiere.
Dass der Titel, der humorvoll mit anzüglichen Doppeldeutigkeiten und körperlichen Vorzügen spielt, eines Tages auf einer Verbots- oder Warnliste landen würde, habe sie sich damals nicht träumen lassen, wenngleich es sie in der heutigen Zeit kaum noch wundere.
Mickie Krause und Spider Murphy Gang ebenfalls betroffen
Gegenüber Hans Sigl berichtete Boes zudem von einem spontanen Austausch mit Schlagerkollege Mickie Krause, den sie sofort kontaktierte, als sie von der Zusammenstellung erfuhr. Sie scherzte, dass sie froh sei, ihn zu kennen, da er gleich mit vier Liedern auf der Liste vertreten sei.
Neben Boes und Krause findet sich auf der zwölf Titel umfassenden Empfehlung unter anderem auch der Kulthit "Skandal im Sperrbezirk" der Spider Murphy Gang wieder, den Hans Sigl im Gespräch ausdrücklich als Persiflage und Satire verteidigte.
Unverbindliche Orientierung statt offiziellem Verbot
Ein offizielles Verbot stellt die Liste der Stadt Erlangen allerdings nicht dar. Wie die Stadtverwaltung gegenüber den "Nürnberger Nachrichten" klarstellte, dient die Handreichung den Wirten des ältesten Bierfests der Welt lediglich als unverbindliche Orientierung und Sensibilisierung.
Die Debatte verdeutlicht jedoch den veränderten gesellschaftlichen Blick auf historische Feier- und Partyhymnen, die seit Jahrzehnten in Festzelten gespielt werden.