Raubtier-Studie

So intelligent kommunizieren Hyänen beim Spielen

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Hyänen haben oft ein schlechtes Image. Doch eine neue Studie zeigt, dass Tüpfelhyänen beim spielerischen Kämpfen Gesichtsausdrücke und Laute kombinieren, um Missverständnisse zu vermeiden.
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Tüpfelhyänen besitzen offenbar eine ausgefeilte Sprache für das Spielen. Wer in Österreich an diese Raubtiere denkt, hat oft die feigen Aasfresser aus Kinofilmen wie Disneys König der Löwen im Kopf. In Wahrheit zählen Tüpfelhyänen jedoch zu den erfolgreichsten Jägern Afrikas und leben in hochkomplexen Gesellschaften mit einer stabilen Rangordnung. Eine Untersuchung im Fachjournal Behavioral Ecology and Sociobiology wirft nun ein neues Licht auf die soziale Intelligenz der Tiere. Forschende der Universität Pisa, des Ngorongoro-Hyänen-Projekts am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) sowie von Siyafunda Wildlife & Conservation haben das Verhalten der Raubtiere genau analysiert.

Außergewöhnliche Rolle der Weibchen

Innerhalb der großen Gruppen, den sogenannten Clans, weisen die Tiere soziale Fähigkeiten auf, die an Primaten erinnern. Besonders ungewöhnlich ist die Rolle der Weibchen, da die Clans matriarchal organisiert sind. Weibliche Tüpfelhyänen sind deutlich größer und dominanter als die Männchen. Auch ihre Anatomie ist speziell: Sie besitzen eine stark verlängerte Klitoris, einen sogenannten Pseudopenis, weshalb sie lange irrtümlich für Zwitter gehalten wurden. Selbst das bekannte Lachen der Raubtiere ist kein Ausdruck von Humor, sondern ein komplexes Signal, das Informationen über Alter, Identität und sozialen Status vermittelt.

Lebenslange Lust am Kämpfen

Das Team um Oliver Höner beobachtete wilde Tüpfelhyänen in ihrem natürlichen Lebensraum. Die Tiere raufen keineswegs nur im jungen Alter, sondern behalten diese spielerischen Kämpfe auch als Erwachsene bei. Um zu verhindern, dass aus einem freundschaftlichen Gerangel ein echter, gefährlicher Kampf wird, nutzen viele Säugetiere ein entspannt geöffnetes Maul als Signal. Die neue Untersuchung zeigt, dass Hyänen diese Mimik beim Spiel zu zweit sehr flexibel einsetzen.

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Überraschende Vielfalt der Kommunikation

Wird die Situation komplizierter, etwa wenn mehrere Tiere gleichzeitig beteiligt sind, erweitern die Hyänen ihr Repertoire. "Wenn mehrere Hyänen miteinander spielen und sie sich nicht sicher sein können, dass alle Teilnehmenden das entspannte offene Maul sehen, dann setzen sie zusätzliche Signale in Form von spielspezifischen Lautäußerungen ein", erklärt Studienautor Oliver Höner vom Leibniz-IZW. Insgesamt registrierten die Forschenden dreizehn unterschiedliche Lauttypen während der Spiele, von denen fünf bisher wissenschaftlich noch nicht beschrieben worden waren. Die Erforschung dieser flexiblen Anpassung macht die Tiere zu einem spannenden Modell für soziale Intelligenz.