Sölden und der ÖSV – das bleibt eine schwierige Beziehung. Erst flog Julia Scheib am Samstag mit Zwischenbestzeit ab, am Sonntag erwischte es Marco Schwarz. Wieder droht Österreichs Ski-Stars ein Heimauftakt ohne Sieg. Seit Marcel Hirschers Triumph 2014 hat kein Österreicher mehr den Herren-Riesentorlauf am Rettenbachgletscher gewonnen.
Jetzt soll Stefan Brennsteiner den Bann brechen. Der Salzburger geht als Dritter mit 0,49 Sekunden Rückstand auf Lucas Pinheiro Braathen in den zweiten Durchgang (ab 13 Uhr, live ORF 1 und im Sport24-Liveticker). Marco Odermatt liegt sechs Hundertstel hinter ihm.
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Schwarz setzt die Sölden-Pechserie fort
Dabei schien Schwarz geradezu prädestiniert, die zwölfjährige Durststrecke zu beenden. Im Vorjahr fehlten der Kärntner als Zweitem nur 24 Hundertstel auf Sieger Odermatt. Diesmal war schon im oberen Streckenteil Schluss. Der 31-Jährige rutschte über den Skischuh weg, räumte ein Tor ab und schied aus.
"Ein Ausfall ist immer bitter, aber ich werde das nicht überbewerten", erklärte Schwarz. Seine riskante Linie wurde ihm zum Verhängnis: "Es war eine relativ gerade Kurssetzung oben, ich wollte die freche Linie probieren. Ich glaube, dass sie ein bisschen zu frech war."
Auch für Schwarz persönlich setzte sich damit eine unglückliche Sölden-Geschichte fort. Vor drei Jahren lag er nach dem ersten Durchgang in Führung, ehe das Rennen abgebrochen wurde. Im Vorjahr schrammte er knapp am Sieg vorbei, diesmal war nach wenigen Toren Schluss.
Brennsteiner gegen zwölf Jahre Durststrecke
Nun liegt es an Stefan Brennsteiner, die lange Serie zu beenden. Der Salzburger übernahm mit Startnummer zwei zunächst die Führung, ehe ihn der Brasilianer Pinheiro Braathen um 0,49 Sekunden verdrängte. Loïc Meillard liegt mit 0,24 Sekunden Rückstand auf Platz zwei.
Immerhin ließ Brennsteiner Superstar Odermatt hinter sich. Der Schweizer blieb mit 0,55 Sekunden Rückstand auf Rang vier.
Für den 34-Jährigen wäre schon ein Podestplatz eine Premiere in Sölden. Im Vorjahr verpasste er als Vierter die Top drei knapp, einen Monat später feierte er in Copper Mountain seinen ersten Weltcupsieg.
Odermatts Jubiläum mit zwei Rekordchancen
Ausgerechnet bei seinem 200. Weltcupstart könnte Brennsteiner dem Schweizer die Jubiläumsparty verderben. Odermatt hält bei 54 Weltcupsiegen, genauso vielen wie Hermann Maier. Mit seinem 55. Erfolg würde er Österreichs Ski-Legende überholen und alleiniger Dritter der ewigen Männer-Bestenliste hinter Ingemar Stenmark (86) und Marcel Hirscher (67) werden.
Auch der Sölden-Rekord steht auf dem Spiel. Odermatt gewann den Klassiker 2021, 2022 und 2025. Mit einem vierten Triumph würde er mit Rekordhalter Ted Ligety gleichziehen.
Die österreichische Sölden-Bestmarke hält dagegen Hermann Maier mit drei Siegen (1998, 2000 und 2005). Hirscher gewann 2014 einmal, stand aber insgesamt fünfmal auf dem Podest.