Die Sonnenfinsternis sorgt am Mittwochabend für enormen Stress auf dem europäischen Strommarkt. Weil Photovoltaik mittlerweile ein zentraler Pfeiler der Energieversorgung ist, führt das Himmelsereignis zu einem abrupten Einbruch.
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Laut Berechnungen der Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) könnte die Erzeugung von Solarstrom europaweit vorübergehend um bis zu 9,7 Gigawatt zurückgehen. Das Problem an der Situation: Der kurzzeitige Solarausfall trifft das europäische Energiesystem in einer ohnehin extrem angespannten Lage.
Große Teile Europas leiden derzeit unter der bereits fünften Hitzewelle des heurigen Jahres. Der Strombedarf für Klimatisierung und Kühlung ist dementsprechend gewaltig. Zudem herrscht derzeit großflächig Windstille, wodurch kaum alternative Energien produziert werden. Das schlägt voll auf die Preise durch: Zwischen 19:45 und 20:00 Uhr schoss der Großhandelspreis an der Börse auf unglaubliche 461,17 Euro je Megawattstunde empor – ein massiver Aufschlag von 205 Euro gegenüber dem Vortag.
Strompreis schießt in die Höhe
Eine eigene Task Force versorgt die Marktteilnehmer laufend mit präzisen Wetterdaten, und geplante Netzwartungsarbeiten wurden im Vorfeld extra verschoben. Eine akute Blackout-Gefahr soll allerdings für herkömmliche Haushalte nicht bestehen.
Auch finanziell spüren normale Haushaltskunden die Rekordpreise nicht direkt, da klassische Stromtarife diese kurzfristigen Schwankungen abfangen. Lediglich Nutzer von dynamischen Tarifen sollten stromintensive Tätigkeiten wie Wäschewaschen am Abend besser verschieben. Für die europäischen Netzbetreiber ist die heutige Sonnenfinsternis kein Angstszenario, sondern vielmehr ein Beweis, wie flexibel das westeuropäische Stromnetz mittlerweile agieren kann.