Wien. Der Vorfall sorgte weit über die österreichischen Grenzen hinaus für Aufsehen. Am 6. November 2025 gegen 23:00 Uhr nötigten polnische Fußballanhänger auf der Autobahn A9 im Bereich Premstätten einen kroatischen Pkw zum Anhalten. Mit Baseballschlägern attackierten sie das Auto, verletzten die beiden Insassen und raubten Bargeld in der Höhe von mehreren Tausend Euro. Nach einer sofortigen Großfahndung konnten noch in der Tatnacht 20 Verdächtige auf der A2 auf Höhe Arnwiesen festgenommen werden - oe24 berichtete.
Auch interessant
Weitere Täter durch Ermittlungen identifiziert
Das Landeskriminalamt Steiermark ließ nach dem Raubüberfall jedoch nicht locker und führte akribische Folgermittlungen durch. Diese Bemühungen machten sich bezahlt: Insgesamt konnten so 40 Tatverdächtige ausgeforscht werden. Möglich wurde dies durch eine enge Zusammenarbeit der Grazer Staatsanwaltschaft mit den polnischen Polizeibehörden in Warschau sowie dem österreichischen Verbindungsbeamten in Polen.
Internationale Haftbefehle und Auslieferungen vollzogen
Gegen vier der ausgeforschten Männer erließ die Staatsanwaltschaft nationale Festnahmeanordnungen sowie Europäische Haftbefehle. Die polnischen Behörden schlugen daraufhin am 8. und am 11. Juli 2026 zu und vollzogen die Zugriffe in der Heimat der Hooligans. Die letzte Überstellung der vier Verdächtigen an die österreichische Justiz fand schließlich am 3. September (vergangenen Donnerstag) statt. Bislang konnten 24 der Verdächtigen festgenommen werden.
Erste mehrjährige Haftstrafen bereits verhängt
Der gezielte Schlag gegen die radikale Fan-Gruppe blieb für die Beteiligten nicht ohne drastische Konsequenzen. Das Landesgericht für Strafsachen Graz fällte im Juni 2026 die ersten erstinstanzlichen Urteile. Acht der Tatverdächtigen fassten dabei teils mehrjährige Haftstrafen aus. Der brutale Kriminalfall und die Aufklärung durch die heimischen Ermittler sorgen indes weiterhin für ein großes Echo in den polnischen Medien.