Kunst-Sensation

Starb Botticellis Venus an einem Tumor?

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Sie gilt als das absolute Schönheitsideal der Renaissance, doch hinter ihrem berühmten Blick verbirgt sich wohl ein trauriges Geheimnis. Forscher haben jetzt eine spektakuläre Theorie zu Botticellis Venus aufgestellt.
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Seit mehr als 500 Jahren zieht Sandro Botticellis Meisterwerk "Die Geburt der Venus" Millionen von Menschen in seinen Bann. Doch wer das weltberühmte Gemälde genauer betrachtet, dem fällt auf: Die nackte Göttin hält ihren Kopf irgendwie merkwürdig und blickt ganz eigenwillig zur Seite. Was Generationen von Kunstfans für eine reine Laune des Malers hielten, beschäftigt nun die Wissenschaft.

Ein Team von Medizinern hat am Donnerstag im Fachjournal "Endocrinology, Diabetes & Metabolism" eine Studie veröffentlicht, die eine medizinische Sensation nahelegt. Demnach litt Simonetta Vespucci, die Botticelli für das Bild Modell stand, sehr wahrscheinlich an einem Gehirntumor.

Der schiefe Blick als Symptom

Konkret gehen die Experten davon aus, dass die junge Frau an einem sogenannten Hypophysenadenom erkrankt war – einem Tumor der Hirnanhangdrüse. Bereits im Jahr 2019 gab es erste Vermutungen in diese Richtung, da Mediziner auffällige Veränderungen in ihrem Gesicht und an den Augen auf historischen Porträts entdeckten. Der Tumor soll bestimmte Wachstumshormone ausgeschüttet haben, die schlussendlich auch den markanten, leicht asymmetrischen Blick der Muse erklärten. Was damals auf der Leinwand als göttliche Schönheit inszeniert wurde, war in Wahrheit wohl das sichtbare Zeichen einer schweren Erkrankung.

Tragischer Tod mit nur 23 Jahren

Bislang ging die Geschichtsschreibung meist davon aus, dass die berühmte Schönheit im jungen Alter von 23 Jahren an Tuberkulose starb. Die neue Untersuchung von Donnerstag zieht nun jedoch historische Aufzeichnungen über Simonettas letzte Tage heran, die ein ganz anderes Bild zeichnen.

Demnach litt sie kurz vor ihrem Tod an heftigen Kopfschmerzen, Fieber, Erbrechen, Verwirrtheit und plötzlichen Ohnmachten. Diese Symptome passen laut den Forschern exakt zu einer akuten Einblutung des Tumorgewebes. Diese Entdeckung wirft ein völlig neues Licht auf das weltberühmte Gemälde, das auch in den großen Museen Europas bis heute Bewunderung auslöst.