Auf der Marienbrücke und der Augartenbrücke müssen Autofahrern ab kommender Woche mit Staus und längere Wartezeiten rechnen. Ab Dienstag, 10. November, darf die Salztorbrücke nämlich nicht mehr von Pkw und Lkw befahren werden, weshalb der Verkehr auf andere Querungen ausweichen muss. Der ÖAMTC rechnet besonders am Nachmittag und in den Abendstunden mit Behinderungen, da der zunehmende Einkaufs- und Adventmarktverkehr die Ausweichrouten zusätzlich belasten dürfte.
Täglich 12.000 Fahrzeuge betroffen
Die Salztorbrücke verbindet die Salztorgasse im 1. Bezirk mit der Hollandstraße im 2. Bezirk und wird derzeit täglich von rund 12.000 Fahrzeugen genutzt. Diese müssen künftig auf andere Donaukanalquerungen ausweichen, während Fußgänger und die Brücke weiterhin benützen dürfen. Die Umleitung erfolgt in Richtung 1. Bezirk über die Roßauer Brücke, in Richtung 2. Bezirk über die Augartenbrücke und die Marienbrücke. Eine entsprechende Wegweisung wird eingerichtet.
Auch der Citybus 2A ist von der Sperre ausgenommen. Die 1961 eröffnete Konstruktion hat mittlerweile das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Mit der vorsorglichen Sperre will die Stadt das Bauwerk entlasten und ausreichend Zeit für die Planung eines Neubaus gewinnen.
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Mehrere Spanndrähte bereits gerissen
Wie ernst die Situation ist, zeigen die laufenden Untersuchungen. Seit dem Einsturz der Carolabrücke in Dresden im Jahr 2024 wird die Salztorbrücke besonders intensiv überwacht, da beide Bauwerke eine vergleichbare Konstruktion aufweisen. Von den mehr als 600 Spanndrähten sind laut TU-Wien-Experte Patrick Huber bereits einige gerissen.
Die zuständige MA 29 kontrolliert den Zustand der Brücke deshalb permanent und hat auch Belastungstests durchgeführt. Sollte sich die Situation deutlich verschlechtern, kann die Stadt auf einen vorbereiteten Notfallplan zurückgreifen und die Brücke vollständig sperren. Derzeit besteht dafür allerdings kein Anlass. Fußgänger, Radfahrer und der vergleichsweise leichte Citybus stellen laut MA 29 aus statischer Sicht kein Problem dar.
Neubau soll 2029 beginnen
Für Autofahrer wird die Sperre allerdings über Jahre bestehen bleiben. Anfang 2028 soll die alte Salztorbrücke abgerissen werden, bevor 2029 mit der Errichtung des Nachfolgebaus begonnen wird. Die Bauzeit wird auf eineinhalb bis zwei Jahre geschätzt. Wie die neue Brücke aussehen wird, soll ein Wettbewerb klären. Erst danach lassen sich auch die Kosten beziffern. Während der Bauarbeiten soll der Donaukanal für Schiffe weitgehend befahrbar bleiben. Auch die Uferpromenade soll grundsätzlich zugänglich sein, wobei vorübergehende Einschränkungen für Fußgänger und Radfahrer nicht ausgeschlossen werden.