Der Staatschef warf der Verwaltung der Hauptstadt am Dienstag vor, bei der Vorsorge gegen weitere Angriffe auf die Energieversorgung hinter anderen Regionen zurückzubleiben. Klitschko wies die Vorwürfe als unbegründet zurück.
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Nach Beratungen über die Wintervorsorge erklärte Selenskyj: "Mitte Oktober ist die Umsetzung der Notfallpläne praktisch im ganzen Land weiter fortgeschritten als in Kiew - sogar in den Grenz- und Frontregionen." Die Bewohner der Hauptstadt bekämen dies zu spüren, "wenn schon einzelne Treffer von Schahed-Drohnen in weiten Teilen Kiews Strom- und Wasserausfälle verursachen", fügte Selenskyj mit Blick auf die von Russland verwendeten Drohnen iranischer Bauart an.
Hauptstadt befinde sich im "Überlebensmodus"
Klitschko bezeichnete die Kritik als "unbegründet". Die Präsidialverwaltung versuche, die kommunale Selbstverwaltung zu "zerstören" und ihn als Bürgermeister abzusetzen, erklärte er im Onlinedienst Telegram. "Die Menschen haben mich gewählt, und ich arbeite unter äußerst schwierigen Bedingungen, tue alles, um das Vertrauen der Kiewer zu rechtfertigen - damit die Stadt trotz der ständigen verheerenden Angriffe des Feindes funktionieren kann", schrieb der frühere Boxweltmeister.
Seit Wochen greift Russland Kiew verstärkt mit Raketen und Drohnen an. Angriffe auf die Energieversorgung haben wiederholt Strom- und Wasserausfälle verursacht und zeitweise auch die U-Bahn lahmgelegt. Klitschko sagte in der vergangenen Woche der Nachrichtenagentur AFP, die Hauptstadt befinde sich im "Überlebensmodus". Die Angriffe erschwerten den Aufbau einer Notversorgung mit Wärme und das Anlegen von Vorräten an Treibstoff, Lebensmitteln und Wasser. "So gut wir uns auch vorbereiten: Wenn die Luftabwehr nicht funktioniert, könnte uns eine schlimme Lage bevorstehen", warnte er. "Sündenböcke zu suchen, verschafft den Menschen keine zusätzliche Wärme."
Selenskyj und Klitschko sind seit Jahren politische Rivalen. Klitschko, der seit 2014 Bürgermeister ist, warf Selenskyjs Regierung bereits kurz nach dessen Amtsantritt 2019 vor, seine Befugnisse unrechtmäßig beschneiden zu wollen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Selenskyj die Wintervorbereitungen der Stadt kritisiert.