Um den Europameister in Inglewood bei Los Angeles am Freitag (21.00 Uhr/live ORF1) biegen zu können, müssen die "Roten Teufel" eine imposante Torsperre der Iberer beenden. 609 Minuten ist Torhüter Unai Simon bei Weltmeisterschaften schon ungeschlagen - ein Rekordlauf. Dank fünf Zu-Null-Partien ist Spaniens Geizen um Tore bisher kein großes Thema.
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Nur im Sechzehntelfinale gegen Österreich (3:0) und davor gegen Saudi-Arabien (4:0) hat die "Roja" mehr als ein Tor erzielt. Neun Treffer sind es insgesamt erst, die Spanien bei dieser WM geschossen hat. Fast die Hälfte davon geht auf das Konto von Mikel Oyarzabal (4). Jungstar Lamine Yamal hat erst einmal angeschrieben, sein eigentliches Pendant am linken Flügel, Nico Williams, hat verletzungsbedingt noch keine Partie von Beginn an absolvieren können.
Parallele zu 2010 bei "Roja"
Die Kontrolle über das Spiel ist das Credo des Teams von Nationaltrainer Luis de la Fuente. Es tut sich eine Parallele zur WM 2010 auf: Auch damals agierte Spanien am Weg zum Titel defensiv unüberwindbar. Vier 1:0-Siege in Folge gab es in der K.o.-Phase am Weg zum Titel. Spaniens Stärke zeigt sich nicht daran, einen Matchwinner wie Kylian Mbappe oder Erling Haaland in den eigenen Reihen zu haben. Beim EM-Titelgewinn vor zwei Jahren schossen zehn Spieler insgesamt 15 Tore.
Spanien geht als Favorit ins Viertelfinale. Für De la Fuente ist dies bedeutungslos. "Jeder Gegner, dem du in dieser Phase gegenübertrittst, hat es verdient, dort zu stehen. Es wird eine noch größere Herausforderung, der wir uns stellen müssen." 35 Länderspiele ist Spanien seit März 2024 in regulärer Spielzeit und Verlängerung schon ungeschlagen. Einzig das Nations-League-Finale 2025 ging im Elferschießen gegen Portugal verloren. "35 Spiele ohne Niederlage zu bleiben, war kein Ziel, das wir uns gesetzt hatten. Das Ziel ist es, alle Spiele zu gewinnen", meinte Offensivspieler Dani Olmo.
Belgier hoffen auf weitere Steigerung
Aus Belgiens Lager gab es von einem langjährigen Spanien-Legionär dennoch optimistische Töne. "Jeder in unserer Mannschaft glaubt, dass es möglich ist. Wir haben Qualitäten, die Spanien einkalkulieren muss", meinte Torhüter Thibaut Courtois. "Es gibt immer Überraschungen. In der Champions League, der Europa League und auch bei einer WM." Der Keeper von Real Madrid erinnerte an die WM 2018, als Belgien im Viertelfinale Brasilien 2:1 schlug. "Auch die waren Favorit."
Belgien zog damals erstmals seit 32 Jahren in ein WM-Halbfinale ein. Acht Jahre später soll das Kunststück wiederholt werden. Dabei startete das Team von Rudi Garcia behäbig ins Turnier. Erst ein 5:1 gegen Neuseeland brachte den Einzug in die K.o.-Phase. Dort stand die Mannschaft gegen Senegal vor dem Abschied. Ein 0:2 drehten die Belgier jedoch zu einem 3:2 nach Verlängerung. Die USA verabschiedeten sie dann in einem ob der Causa Balogun emotional aufgeladenen Achtelfinale deutlich 4:1.
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"Die Leute waren ein bisschen enttäuscht, aber wir haben das ausgebügelt. Wir werden besser und besser", meinte Courtois. Er ist mittlerweile die einzige Stammkraft von Belgiens "Goldener Generation", die noch immer einen Fixplatz hat. Kevin de Bruyne saß gegen die USA nur auf der Bank, Romelu Lukaku kam wieder im Finish zum Einsatz. In dieser Rolle weiß der Sturmtank zu gefallen. Lukaku traf bereits dreimal in Folge als "Joker".