Bundesliga-Eklat
Sturm-Coach: »Ins Gesicht lügen ...«
Dieser Transfer-Zoff erschüttert die Bundesliga! Rund um Altach-Profi Yann Massombo ist zwischen den Vorarlbergern und Sturm Graz ein heftiger Streit entbrannt. Im Zentrum: Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch, eine umstrittene Kontaktaufnahme und Massombos verweigerte Fahrt zum direkten Duell nach Graz.
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Der Wirbel begann bereits vor der Partie. Massombo hatte am Freitag noch das Abschlusstraining der Altacher absolviert, danach aber die Fahrt nach Graz verweigert. Eine offizielle Anfrage für den 26-Jährigen, der noch bis Saisonende Vertrag hat, liegt Altach nach eigenen Angaben nicht vor. Sturms späterer 1:0-Heimsieg geriet angesichts der Causa beinahe zur Nebensache.
Altach schießt scharf gegen Ingolitsch
Nach der Partie wurde Altach-Trainer Ognjen Zaric deutlich. Ingolitsch nannte er zwar nicht beim Namen, die Stoßrichtung seiner Kritik war aber klar. "Wenn ich dann aber von der Mannschaft höre, dass ein Trainer im Beisein auch von weiteren Spielern diesen Spieler kontaktiert, einen Tag vor dem Spiel, dann vertritt das nicht meine Wertvorstellung."
Zaric legte nach: "Ich finde das ganz, ganz schlecht." Seine Kritik richte sich ausdrücklich nicht gegen Sturm als Verein, sondern gegen "eine Einzelperson". Unter Trainern gebe es "eine Ethik und Moral", zudem verwies der Altach-Coach auf bestehende Statuten.
Damit steht neben den moralischen Vorwürfen auch die Frage eines möglichen Regelverstoßes bei der Kontaktaufnahme im Raum. Ob tatsächlich gegen Bestimmungen verstoßen wurde, ist auf Basis der vorliegenden Informationen allerdings offen.
Ingolitsch kontert: "Normaler Prozess"
Ingolitsch bestritt das Gespräch mit Massombo nicht. Er habe mit sehr vielen Spielern über mögliche Transfers gesprochen und sieht darin einen üblichen Vorgang.
"Ich finde, dass ein ganz normaler Prozess abgelaufen ist, wie es immer ist", erklärte der 34-Jährige. Dann legte der Sturm-Coach nach: "Man kann sich natürlich ins Gesicht lügen, dass man sagt, dass Vereine nicht mit Spielern sprechen."
Für Ingolitsch gehört der Austausch zum Transfergeschäft: "Ich glaube, dass kein Transfer dieser Welt zustande kommen wird, wenn ein Spieler nicht mit einem Trainer spricht."
Eine entscheidende Frage ließ er allerdings unbeantwortet: Wann genau telefonierte er mit Massombo? Ingolitsch hielt sich zum Zeitpunkt bedeckt. Er wolle keine Diskussionen öffentlich führen, weil dies nicht sein Stil sei. Für Gespräche mit den Altachern stehe er aber jederzeit zur Verfügung.
Altach fordert Aufklärung
Für Zaric ist die Causa damit keineswegs erledigt. "Der SCR Altach ist der größte Verlierer in der ganzen Geschichte", sagte der Trainer nach der 0:1-Niederlage.
Und er fordert, dass der Vorgang untersucht wird: "Ich hoffe, dass angeschaut wird, was da wirklich passiert ist. Wir leben in einem Rechtsstaat und man muss dem nachgehen."
Sturm durfte damit zwar drei Punkte feiern und bleibt in der Frühphase der Saison vorne dabei. Doch nach diesem Abend bestimmt nicht das 1:0 die Schlagzeilen, sondern der heftige Streit um Massombo.