In Prag
Tagger erreichte zweites Finale auf WTA-Tour
Die 18-jährige Osttirolerin rang im Halbfinale die zweifache Grand-Slam-Siegerin und WTA-Nummer 26, Barbora Krejcikova, nach 2:50 Stunden 6:7(5),6:3,7:6(4) nieder und steht damit zum zweiten Mal nach Jiujiang in China im Vorjahr in einem Endspiel. In diesem trifft sie am Sonntag diesmal nicht als Außenseiterin auf die Ukrainerin Daria Snigur.
Auch interessant
"Verrückt. Ehrlich, im Moment kann ich gar nicht glauben, dass ich gewonnen habe. Ich bin super happy", sagte Tagger noch im Interview auf dem Platz. "Es war ein unglaublicher Fight, sie hat tolles Tennis gespielt. Ich habe sie vor drei Wochen in Wimbledon gesehen und war ein bisschen nervös vor dem Match", gestand sie. Im Finish habe sie sich Punkt für Punkt konzentriert.
Tagger begann gegen die zweifache Major-Siegerin sehr selbstbewusst und beim Aufschlag zunächst unantastbar. Ihre ersten drei Service-Games gewann die Osttirolerin zu Null, davor gelang ihr zum 3:2 das erste Break des Spiels. Tagger führte in der Folge schon 5:3, konnte dann den Satz bei 5:4 aber nicht ausservieren. Krejcikova gelang das Rebreak zum 5:5, der Satz ging ins Tiebreak. In diesem ging es bis zum 4:4, ehe sich die Favoritin nach 59 Minuten 7:5 durchsetzte.
Tagger steckte Enttäuschung rasch weg
Doch Tagger erholte sich von der Enttäuschung schnell und glaubte mit entschlossener Miene und guter Körpersprache weiter an sich. Nach einem Break zum 4:2, das ihr Krejcikova mit einem Doppelfehler bei 15:40 "schenkte", servierte Tagger dann hochverdient zum 6:3 und Satzausgleich aus.
Den dritten Satz begann Tagger gleich mit einem Break, sie ließ sich aber die 2:0-Führung wieder nehmen. Im fünften Game hatte Tagger bei 0:40 und später erneut insgesamt vier Breakbälle, ehe sich die 30-jährige Krejcikova noch einmal aufbäumte. Danach ging es ohne Serviceverlust ins Tiebreak, das sich Tagger mit ihrem elften Ass sicherte. In diesem steckte sie ein 1:3 weg und nutzte bei 6:4 ihren ersten Matchball.
Die Vorjahressiegerin im French-Open-Juniorinnenbewerb zeigte einmal mehr, dass sie längst im Erwachsenentennis angekommen ist. Sowohl ein weiter verbesserter Aufschlag als auch krachende Grundschläge ließen über weite Strecken keinen Unterschied zur Nummer 2 des Turniers erkennen. Dass sie am Ende ein enges Match auf teilweise Weltklasseniveau gegen die so viel erfahrenere Krejcikova gewonnen hat, demonstriert auch erneut, welch Potenzial im Schützling von Francesca Schiavone steckt.