WM-Aufreger

Teamchef tobt: "VAR hat sich Kaffee geholt"

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England kam gegen Ghana über Nullnummer nicht hinaus - und hatte dabei sogar noch Glück.
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England hat die Tabellenführung in der Gruppe L der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada am Dienstag erfolgreich verteidigt. Die Truppe von Teamchef Thomas Tuchel kam im Auftaktsiegerduell mit Ghana in Boston über eine Nullnummer aber nicht hinaus und liegt nur aufgrund des besseren Torverhältnisses vor den zweitplatzierten Afrikanern, die erstmals auf WM-Ebene 0:0 spielten. Die Engländer überstanden auch ihr neuntes WM-Match gegen ein afrikanisches Team ungeschlagen.

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England übernahm bei Dauerregen vor 63.983 Zuschauern von Beginn an die Initiative. Die Afrikaner waren nur darauf bedacht, hinten dicht zu machen, stellten die "Three Lions" mit leidenschaftlichem Verteidigen aber vor große Probleme. Echte Topchance fand der Favorit vor der Pause keine vor. Ein Freistoß von Declan Rice (14.) ging genauso drüber wie ein Kopfball von ihm (37.). Kurz vor dem Pausenpfiff wurde ein Schuss des sonst völlig unauffälligen Topstürmers Harry Kane im Strafraum in höchster Not in den Corner gelenkt.

O'Reilly traf die Latte

Auch nach dem Seitenwechsel taten sich die Engländer im Offensivspiel deutlich schwerer als noch beim 4:2 gegen Kroatien. Noni Madueke zielte vorbei (64.), Kane (69.) scheiterte wie auch Bukayo Saka (86.) an Ghana-Tormann Benjamin Asare, der den verletzten Lawrence Ati-Zigi ersetzte. Kurz danach ließen sie einen doppelten Matchball aus. Zuerst köpfelte Nico O'Reilly an die Latte, dann setzte Kane, völlig ungewohnt für seine Verhältnisse, den Nachschuss deutlich über das Gehäuse (jeweils 86.). Danach fand auch noch ein Kopfball von Marc Guehi nicht den Weg ins Tor (93.). Ghana war zuvor nur durch Prince Adu (79.) einmal richtig gefährlich geworden.

"Solche Spiele gibt es", meinte Kane lapidar. Mit einem Treffer, seinem elften bei einer WM, hätte er Gary Lineker überholt und den alleinigen englischen Rekord übernommen. "Ich traue mir zu, solche Chancen in den meisten Fällen zu verwandeln. Aber ich bin lange genug Stürmer, um zu wissen, dass sie nicht immer reingehen. Deshalb muss ich das akzeptieren." Tuchel sah es ähnlich. "Normal ist das ein klares Tor für uns. Es wäre verdient gewesen", sagte der Deutsche.

Kritik gab es indes von Ghanas Trainer Carlos Queiroz am VAR. Nach knapp 80 Minuten hielt England-Verteidiger Ezri Konsa Prince Adu energisch vom Schuss ab. Der VAR schaute sich das riskante Einsteigen nicht an. "Ich bin mir nicht sicher, ob der Videobeweis bei der Weltmeisterschaft noch funktioniert. Haben wir den Videobeweis überhaupt noch? Funktioniert er noch?", sagte der 73 Jahre alte Portugiese. "Wieder einmal hat der VAR einen Kaffee getrunken." Laut Queiroz hätte es Elfmeter und eine Rote Karte für Konsa geben müssen.

© APA/AFP/CHARLY TRIBALLEAU

Ghana gegen England weiter unbesiegt

So aber endete auch das zweite direkte Duell der beiden Teams mit einem Unentschieden. Im März 2011 hatte es in einem Test im Londoner Wembley Stadium ein 1:1 gegeben. Mit von der Partie war bei Ghana auch Thomas Partey, nachdem der mit Missbrauchsvorwürfen konfrontierte Mittelfeldspieler im ersten Spiel, dem 1:0 gegen Panama, nicht nach Kanada einreisen durfte.