Nachfrage explodiert

Teuerung treibt mehr Wiener in Sozialmärkte

© foodpoint.wien
Für immer mehr Menschen in Wien wird der Einkauf im Sozialmarkt zur Notwendigkeit, weil die hohen Lebenshaltungskosten das Haushaltsbudget sprengen.
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Die anhaltende Teuerung hat die Nachfrage in Wiens Sozialmärkten regelrecht explodieren lassen. Pandemie, Ukraine-Krieg und die anhaltend hohen Preise haben dazu geführt, dass deutlich mehr Menschen auf günstige Lebensmittel angewiesen sind. Allein beim größten Anbieter Foodpoint ist die Zahl der Mitglieder von rund 14.000 vor der Corona-Pandemie auf aktuell rund 100.000 gestiegen. Doch auch beim Samariterbund schoss die Zahl der registrierten Käufer innerhalb eines Jahres von 26.000 hoch auf 28.500.

Der Andrang ist mittlerweile so groß, dass Foodpoint bereits den elften Wiener Standort vorbereitet. Ende August soll der neue Sozialmarkt in der Braunhubergasse eröffnen. Zahlreiche Kunden berichten, dass das Geld trotz Arbeit oder Pension für den Alltag nicht mehr ausreicht. Auch andere Betreiber wie Samariterbund, Hilfswerk, Allesverwerter und Sozialmärkte Wien melden einen deutlichen Zustrom.

Weniger Überschüsse, mehr Bedarf

Während die Nachfrage steigt, gestaltet sich die Versorgung mit Warenspenden zunehmend schwieriger. Lebensmittelhändler planen ihre Bestellungen immer genauer und produzieren dadurch weniger Überschüsse. Dennoch versuchen die Sozialmärkte gegenzusteuern. Foodpoint holt bereits bei rund 600 Supermärkten überschüssige Waren ab und will sein Netzwerk weiter ausbauen.

Kunden zahlen in Sozialmärkten gut zwei Drittel weniger als im regulären Handel. Besonders gefragt sind haltbare Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Mehl, Öl und Butter, aber auch Obst, Gemüse sowie Hygieneartikel. Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich, wie für immer mehr Wiener Sozialmärkte vom Hilfsangebot zum unverzichtbaren Rettungsanker im Alltag werden.