Klimawandel

„Thermometer zu links“: Wirbel um Hitze-Posting der FPÖ

© APA/EVA MANHART
SPÖ ätzt über FPÖ-Aussendung: EU-Mandatar Gerald Hauser stellt Hitze und angebliche Impf-Tote in Zusammenhang
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Hauser

Die FPÖ hat ein Posting, das stark verschwörungstheoretische Züge trägt, von ihrer Homepage entfernt. Unter dem Titel „Hitze-Panik als Ablenkung vom Impf-Desaster der Systemparteien“ wurde ein Zusammenhang zwischen angeblichen Impf-Toten und der aktuellen Hitzewelle hergestellt. So heißt es in der Unterzeile: Freiheitliche fordern lückenlose Aufklärung der massiven Übersterblichkeit seit 2020 und ein Ende der schwarz-rot-grün-pinken Vertuschungspolitik.

Gepostet und kritisiert hat die Meldung unter anderem die Satire-Seite „Die Tagespresse“ - mit dem Zusatz: „Erstmals: Tagespresse ratlos“.

Posting ist mit anderem Titel noch da

Sieht man sich die Homepage der FPÖ aber etwas genauer an, wird man dann aber sehr wohl noch fündig: Das entfernte - oder ein sehr ähnliches - Posting ist nunmehr unter dem Titel „Systemparteien wollen vom Impf-Desaster ablenken“ verfügbar. Zitiert wird unter anderem der EU-Mandatar Gerald Hauser. Beim Lesen des Textes kann einem schon mal die Spucke wegbleiben: „Die aktuellen Medienberichte über angebliche Hitzetote im Juni 2026 stießen bei dem freiheitlichen EU-Abgeordneten Gerald Hauser und der FPÖ-Nationalratsabgeordneten Katayun Pracher-Hilander auf scharfe Kritik.“ Und weiter: „Der selektive Umgang mit Sterbezahlen ist an Heuchelei nicht zu überbieten. Während die Mainstream-Medien wegen 400 angeblichen Hitzetoten in Panik verfallen, wird die massive Übersterblichkeit von zigtausenden Menschen seit dem Jahr 2020 eiskalt unter den Teppich gekehrt“, wird Pracher-Hilander zitiert. Hauser wies darauf hin, "dass die Sterbezahlen in den Jahren 2021 und 2022, als bereits ein Großteil der Bevölkerung geimpft gewesen sei, deutlich höher gelegen hätten als noch 2020".

Ansonsten findet sich auf der FPÖ-Homepage übrigens kein Wort zu Klimawandel, Hitze und Dürre sowie den Ernteausfällen.

Kickl zweifelte am Klimawandel

Die FPÖ hat seit jeher ein Problem, den menschengemachten Klimawandel anzuerkennen. So war der spätere Parteichef Herbert Kickl 2013 unter den Verfassern einer parlamentarischen Anfrage mit dem Titel „Wo bleibt die Erderwärmung?“ Darin heißt es: Ob die „menschliche Zivilisation“ Einfluss auf das Klima hat, sei „mehr als umstritten“. Kickl kritisiert, dass „Medien und Politiker“ sich „ununterbrochen“ mit der „angeblichen Erderwärmung“ beschäftigen würden. Und dann stellte Kickl sechs Fragen an den damaligen Bundeskanzler Werner Faymann. Die erste: „Welche Beweise liegen dem Bundeskanzleramt für die angebliche Erderwärmung vor?“

Shitstorm für den FPÖ-Chef

Während auf der FPÖ-Homepage die Hitze nicht oder kaum vorzukommen scheint, schießen FPÖler auf der anderen Seite gegen Klimaminister Norbert Totschnig ein, weil dieser den betroffenen Bauern zu wenig helfe. Allerdings auf Facebook - wie eben ein Posting Kickls vom Mittwoch.

Kickl erntet allerdings dafür einen regelrechten Shitstorm, wie dieses Bild zeigt:

SPÖ ätzt: „FPÖ ist schon das Thermometer zu links“

Philip Kucher © oe24

Für die Regierungsparteien ist das Geschlingere der Blauen beim Hitzethema natürlich ein gefundenes Fressen. Klubchef Philip Kucher zu oe24: „Die FPÖ glaubt, das Thermometer steckt mit dem System unter einer Decke! Früher hat die FPÖ den Klimawandel bestritten. Jetzt bestreitet sie Hitze und Temperatur. Als Nächstes bestreitet sie noch den August. Der FPÖ ist inzwischen schon das Thermometer zu links!“