Tierschutz
Tierisch gut informiert: neue Plattform soll Tierleid verhindern
In fast jedem vierten Haushalt in Wien lebt ein Haustier. Zu den beliebtesten Tieren zählen hier vor allem Hunde und Katzen. Schätzungen zufolge leben in der Bundeshauptstadt rund 200.000 Katzen und ungefähr 100.000 Hunde.
In etwa sieben Prozent der Haushalte finden zudem Reptilien, Fische, Vögel und Kleintiere wie Meerschweinchen, Kaninchen oder Hamster ein Zuhause.
Trotz der großen Verantwortung, die die Entscheidung für ein Tier mit sich bringt, werden Haustiere leider immer noch viel zu oft unüberlegt angeschafft. Oft ist es schlichtweg das nötige Wissen, welches Tierbesitzerinnen und Tierbesitzern zur artgerechten Haltung ihrer Tiere fehlt.
"Ein Haustier ist kein kurzfristiges Freizeitprojekt, sondern ein fühlendes Lebewesen mit individuellen Bedürfnissen. Wer sich für ein Tier entscheidet, übernimmt Verantwortung – oftmals über viele Jahre oder Jahrzehnte hinweg. Deshalb ist es entscheidend, sich bereits vor der Anschaffung umfassend zu informieren", betont Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky.
Wenn gut gemeint nicht gut gemacht ist
Die Folgen unüberlegter Anschaffungen sind oft weitreichend, Folgen, welche die Wiener Tierschutzombudsstelle aufgrund ihrer jahrelangen Arbeit schon etliche Male hautnah miterleben musste. Tausende Tierschutzfälle boten Einblick in die verschiedensten Problemfelder nicht artgerechter Tierhaltung. Dabei zeigt sich immer wieder dasselbe Bild: Unzählige Tiere werden schlichtweg ohne das nötige Wissen oder aufgrund falscher Erwartungshaltungen angeschafft. Der tatsächliche Zeit-, Kosten- und Betreuungsaufwand der kleinen Mitbewohner wird von Halterinnen und Haltern häufig unterschätzt.
Besonders problematisch ist die Anschaffung von Tieren für Kinder. Häufig zeichnet sich bei Kindern schon früh der Wunsch nach einem eigenen Haustier ab. Wird dieser Wunsch vorschnell erfüllt, sind es in den meisten Fällen die Tiere, welche die Konsequenzen zu tragen haben, beispielsweise wenn sie nach Erfüllung des Wunsches schließlich vernachlässigt oder sogar abgegeben werden.
"Viele Missstände entstehen nicht aus böser Absicht, sondern aus fehlender Information", so Wiener Tierschutzombudsfrau Eva Persy.
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Genau an dieser Stellschraube möchten sie nun mit der neuen Informationsplattform haustiercheck.at ansetzen.
"Die Plattform soll Menschen dabei unterstützen, eine fundierte und verantwortungsvolle Entscheidung für oder gegen eine Tieranschaffung zu treffen", erklärt die Wiener Tierschutzombudsfrau Eva Persy.
Mit haustiercheck soll also nicht nur Tierleid, sondern zusätzlich auch die Überforderung potenzieller Tierhalterinnen und Tierhalter eingedämmt werden.
Die neue Website orientiert sich an internationalen Empfehlungen für eine moderne Tierhaltung und soll als zentrale Informations- und Entscheidungshilfe für die Anschaffung und Haltung von Haustieren, abrufbar für Hunde, Katzen, Kleintiere, Vögel, Reptilien und Fische, in Österreich dienen. (Pia Rommel)