Kritik an Infantino & Trump

Tops & Flops: Toni Polster rechnet mit der Mega-WM ab

OE24-Experte Toni Polster rechnet mit der Mega-WM in den USA ab und präsentiert seine Flop-Elf. Während Haaland und Messi den Kult-Stürmer begeistern, schießt er scharf gegen Donald Trump, Gianni Infantino und Julian Nagelsmann.
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Die persönliche Flop-Elf von ÖFB-Legende Toni Polster zur laufenden Mega-WM: Neben ÖFB-Teamspieler Xaver Schlager haben es unter anderem auch die deutschen Nationalspieler Leroy Sané, Jonathan Tah und Joshua Kimmich in die unrühmliche Auswahl des Kult-Stürmers geschafft. © OE24-Grafik (Getty, Fuhrich, Adidas)

Diese XXXXL-WM geht auf die Gesundheit der Spieler und auch auf die der Fans. Wenn wir nach einer schlaflosen Nacht um vier Uhr in der Früh noch eine Stunde dranhängen müssen, weil die Partie Mexiko gegen England wegen eines Gewitters verschoben wird, dann ist irgendwann der Ofen aus.

Immerhin hat die WM mit den K.o.-Spielen richtig Fahrt aufgenommen, auch wenn für uns Österreicher damit Endstation war. Quasi als Fortsetzung vom Top-Team, das mein Expertenkollege Frenkie Schinkels gestern an dieser Stelle zusammengestellt hat, liefere ich das Flop-Team, in das es mit Xaver Schlager auch ein ÖFB-Spieler geschafft hat.

Verspielter Ruf und fragwürdige Entscheidungen

Womit wir bei den Flops dieser WM wären: Sportlich waren das die Türkei und Tschechien – nicht einmal als einer der acht besten Gruppen-Dritten weiterzukommen, das ist schon ein Kunststück. Für Rekordweltmeister Brasilien ist das Achtelfinal-Aus, das schlechteste WM-Ergebnis seit 36 Jahren, genauso bitter wie für die Niederlande der Abschied im Sechzehntelfinale – schließlich hatte ein mit allen möglichen Daten gefütterter Super-Computer die Holländer als Weltmeister vorausgesagt.

Die Deutschen haben ihren Ruf als Turniermannschaft wohl endgültig verspielt, wobei Bundestrainer Julian Nagelsmann mit fragwürdigen Entscheidungen (Tormann-Diskussion, Headquarter im stickig-schwülen Winston-Salem, wo noch Frauen und Familien ein und ausgingen) auffiel.

Zorn auf Trump und Werbe-Millionen der FIFA

Hinter den Kulissen der Mega-WM: FIFA-Boss Gianni Infantino knipst hier im heutigen Turnierverlauf gut gelaunt ein Selfie mit Donald Trump. Laut Kolumnist Toni Polster ist die Stimmung zwischen den beiden Herren allerdings viel zu gut – der Kult-Kicker kritisiert die politische Einflussnahme auf den Fußball-Weltverband scharf. © FIFA via Getty Images

Dann kommen gleich die Herren Donald Trump und Gianni Infantino. Dass ein Staatschef mit Erfolg beim FIFA-Präsidenten interveniert, um eine Rot-Sperre abzuwenden („Fall Balogun“), geht das natürlich überhaupt nicht. Die viel zu langen Trinkpausen waren sicher eine Idee von Infantino, schließlich spülen sie weitere Werbe-Millionen in die ohnehin prall gefüllten FIFA-Kassen (wo natürlich auch der ORF und die Gebührenzahler mit weiteren Werbespots nervt).

Aber es gibt auch jede Menge Gründe dafür, dass ich auch die fünfte Woche gerne länger aufbleibe: Nach der tränenreichen Ronaldo-Abschiedsvorstellung (CR7 hat sich mit seinen drei Toren aus der Flop-Liste geschossen) liefern die besten Stürmer der Welt eine Show auf höchstem Niveau.

Haaland rudert, Messi schraubt am Rekord und am Schluss jubeln meine Spanier

Toni Polsters absolute Nummer eins im Sturm: Erling Haaland jubelt hier im heutigen Match ausgelassen über einen Treffer bei der Mega-WM. Während der Kult-Stürmer in seiner Kolumne eine scharfe Abrechnung mit den Funktionären hinlegt, schwärmt er in den höchsten Tönen von den Topleistungen des norwegischen Torjägers. © Getty Images

Ganz weit vorne in meinem Lieblingsstürmer-Ranking rudert Erling Haaland – besser waren nur die Isländer mit ihrem legendären Wikinger-Schlachtruf. Unglaublich, dass Lionel Messi mit seinen 39 Jahren mit jedem Match den ewigen Torrekord weiter in die Höhe schraubt.

Kylian Mbappé, Harry Kane, Ousmane Dembélé und Mikel Oyarzabal halten dagegen. Auf den Halbfinal-Kracher zwischen den Tricolore und La Roja freue ich mich jetzt schon - am Schluss werden meine Spanier jubeln!