Griechenland-Schock
Trockenheit im Urlaubsgebiet: Inseln geht das Wasser aus
Die Ursachen für den dramatischen Wassermangel in den Ferienregionen sind ausbleibende Niederschläge, steigende Temperaturen und die unübersehbaren Folgen des Klimawandels. Besonders extrem stellt sich die aktuelle Lage auf der kleinen, schmetterlingsförmigen Insel Astypalea dar, die im südöstlichen Ägäischen Meer liegt. Anders als viele andere Regionen des Landes profitierte diese Insel nicht von den vergleichsweise regenreichen Wintermonaten. Lokale Behörden gaben bekannt, dass die vergangene Saison die zweittrockenste seit dem Jahr 2020 war. Auch für Urlauber aus Österreich, die ihre Ferien gerne auf den griechischen Inseln verbringen, wird die dortige Situation zunehmend spürbar.
Drastischer Rückgang der Reserven
"Wenn man den gesamten Jahresniederschlag in einem Kübel sammeln würde, stünde das Wasser nur 2,5 Zentimeter hoch", beschreibt Bürgermeister Nikos Komineas die besorgniserregende Situation auf seiner Insel. Die Region verfügt lediglich über einen einzigen Stausee, der Mitte der 1990er-Jahre künstlich angelegt wurde. Von der ursprünglichen Kapazität dieses Reservoirs ist heute allerdings nur noch ein winziger Bruchteil übrig.
Auch interessant
Schwere Folgen für Landwirte
Die extreme Knappheit trifft nun vor allem die heimische Landwirtschaft mit voller Härte. Um die allgemeine Trinkwasserversorgung der Bevölkerung irgendwie zu sichern, wurde den Bauern bereits im Frühjahr die Bewässerung ihrer Felder aus dem Stausee komplett untersagt. Die Landwirtin Evdokia Palatianou musste deshalb für ihre Arbeit auf stark salzhaltiges Brunnenwasser zurückgreifen. Die Folge war fatal: Viele ihrer Obst- und Gemüespflanzen vertrockneten restlos. "Wenn es nicht regnet, werde ich nichts mehr anbauen", sagt die 71-Jährige sichtlich frustriert.
Tourismus erhöht den Druck
Der Druck auf die verbleibenden Ressourcen steigt durch den Tourismus im Sommer zusätzlich massiv an. In der Hochsaison wächst die Bevölkerung der Insel von rund 1.400 Einwohnern schlagartig auf bis zu 7.000 Menschen an. Der tägliche Wasserverbrauch klettert in dieser Zeit auf etwa 900 Kubikmeter. Unter diesen extremen Bedingungen würden die vorhandenen Reserven ohne Gegenmaßnahmen nur noch wenige Monate ausreichen. Als Sofortmaßnahme errichteten die Behörden eine zusätzliche Entsalzungsanlage, die täglich immerhin 600 Kubikmeter Wasser produzieren kann. Solche Anlagen gelten auf den Inseln mittlerweile als unverzichtbar, sind jedoch extrem teuer und energieintensiv.
Hotels reagieren mit Sparprogrammen
Auch die Hotelbetriebe vor Ort reagieren auf die Krise. Einige Betriebe setzen auf strikte Wassersparprogramme und belohnen ihre Gäste, wenn diese freiwillig auf die tägliche Zimmerreinigung verzichten. Die Hotelbetreiberin Maria Alkalai plant wegen der anhaltenden Trockenheit sogar schon ein neues Haus, das einen Regenwasserspeicher statt eines klassischen Pools oder Whirlpools erhalten soll. Die griechische Regierung investiert mittlerweile Millionenbeträge in Entsalzungsanlagen, neue Wasserreservoirs und die Modernisierung der Infrastruktur. Experten warnen jedoch davor, dass die Dürre bis 2049 weiter zunehmen könnte.