Altes Foto

Trump greift Iran an - und prahlt mit falscher Explosion

© Truth Social
US-Streitkräfte haben zum zweiten Mal binnen 24 Stunden iranische Ziele angegriffen.
Zur Vollversion des Artikels

Damit solle die Fähigkeit des Iran geschwächt werden, "die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormuz zu bedrohen", erklärte das zuständige US-Kommando CENTCOM. US-Präsident Donald Trump hatte die mit dem Iran vereinbarte Feuerpause am Rande des NATO-Gipfels für beendet erklärt und die neuen Angriffe angeordnet. Der Iran startete erneut Gegenattacken.

"Wir werden sie heute Nacht richtig hart treffen", sagte Trump in Ankara. Die iranische Luftabwehr bekämpfte nahe der Stadt Bandar Abbas feindliche Ziele, wie die iranische Nachrichtenagentur Mehr meldet. Außerdem seien in der Nähe von Konarak und Chabahar Explosionen zu hören gewesen. Weitere Detonationen wurden aus der Hafenstadt Buschehr und von der Insel Abu Musa im Persischen Golf gemeldet. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna in der Nacht meldete, wurden auch Gebäude am Flughafen der Stadt Iranschahr von Geschossen beschädigt. Ein Feuerwehrmann sei getötet worden, hieß es.

Trump prahlt mit altem Foto

Donald Trump meldete sich kurz vor Mitternacht unserer Zeit auf seiner Plattform Truth Social zu Wort und veröffentlichte das Bild eines gewaltigen Brandes. Dazu schrieb er: "Dies ist eine Vergeltungsmaßnahme für die gestrigen iranischen Schiffsangriffe. Sollte es erneut passieren, wird es noch viel schlimmer werden!"

Trump © Truth Social

Später stellte sich jedoch heraus, dass das veröffentlichte Foto nicht den aktuellen Angriff zeigte. Nach Angaben des Recherche-Netzwerks "Open Source Intel" auf X handelte es sich um eine ältere Aufnahme einer Explosion. Auch das Weiße Haus verbreitete das Bild gemeinsam mit Trumps Kommentar, obwohl es keinen Bezug zu den jüngsten Ereignissen hatte.

Trump: "Sie verletzen das Abkommen jeden Tag"

"Sie verletzen das Abkommen jeden Tag", betonte der US-Präsident am Mittwoch mit Blick auf die Führung in Teheran und das US-iranische Rahmenabkommen zur Beendigung des am 28. Februar begonnenen Krieges gegen den Iran. "Sie stimmen allem zu und dann geben sie eine Pressekonferenz und sagen, wir hätten nicht einmal darüber geredet", sagte der US-Präsident beim NATO-Gipfel.

© Getty Images

Zuvor hatte Trump mit Blick auf die geltende Waffenruhe erklärt: "Was mich betrifft, ist sie vorbei." Es sei "reine Zeitverschwendung", sich mit der Führung in Teheran "abzugeben". Er werde jedoch mit den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner über die Verhandlungen mit Teheran sprechen. "Ich werde unseren wunderbaren Unterhändlern erlauben weiterzureden, wenn sie wollen, aber ich sehe es nicht", sagte Trump.

"Sie wollen unbedingt ein Abkommen abschließen"

Der Iran will allerdings nach Darstellung des US-Präsidenten weiterhin ein Friedensabkommen. "Sie haben vor kurzem angerufen, sie wollen unbedingt ein Abkommen abschließen", behauptete Trump auf dem Rückflug vom NATO-Gipfel nach Washington. Er sei sich allerdings nicht sicher, ob sie eines Abkommens würdig seien oder ob sie sich an eines halten würden.

Auf die Frage einer Journalistin, warum die iranische Führung Handelsschiffe angreife, wenn sie doch an einem Abkommen interessiert sei, sagte Trump: "Weil ... sie etwas verrückt sind."

Weitere Drohung

Auslöser für die jüngste Eskalation waren Angriffe auf Schiffe nahe der Straße von Hormuz, die Washington Teheran zuschreibt. Die USA griffen daraufhin in der Nacht zum Mittwoch nach Militärangaben mehr als 80 iranische Ziele rund um die Straße von Hormuz an. "Die iranische Aggression war ungerechtfertigt und gefährlich und stellte einen eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhe dar", hatte das US-Regionalkommando CENTCOM erklärt. Auf seiner Plattform drohte Trump mit weiteren verstärkten Angriffen: "Sollte sich so etwas wiederholen, wird es noch viel schlimmer kommen!"

Der Vermittlerstaat Pakistan rief die USA und den Iran angesichts der erneuten militärischen Eskalation unterdessen zu Zurückhaltung auf. "Ein erneuter Konflikt liegt in niemandes Interesse", hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums.