Wegen Zöllen

Trump mit Vorwürfen gegen Kanada

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Noch bevor am Montag erste Fahrzeuge über die Gordie-Howe-International-Brücke rollen sollen, hat Kanada den Grenzübergang mit einer Feier eingeweiht – ohne Vertreter der US-Regierung.
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"Kanada hat die Vereinigten Staaten von Amerika von der Eröffnung der Gordie-Howe-Brücke ausgeladen. Das ist in Ordnung, wenn man bedenkt, dass Kanada erhebliche Zölle an die Vereinigten Staaten zahlt", schrieb US-Präsident Donald Trump und verwies damit auf den Grund für die Ausladung.

Ursprünglich sollte die Brücke mit einer gemeinsamen Zeremonie eingeweiht werden. Trump kündigte zu Beginn der Woche dann neue Zusatzzölle in Höhe von 50 Prozent auf bestimmte kanadische Produkte an. Als Beispiele wurden Hockeyschläger, Wein und Zement genannt. Die Zölle sollen 30 Tage nach der Unterzeichnung in Kraft treten, also am 19. August.

Das kanadische Infrastrukturministerium teilte daraufhin mehreren Medien mit, vor dem Hintergrund der Handelsmaßnahmen wäre es "unangebracht, eine gemeinsame Feier der beiden Länder auszurichten".

Seit langem Zankapfel

Die seit langem geplante Brücke soll den Handel zwischen den Nachbarländern weiter ankurbeln, war aber schon vor der Zollankündigung zum Zankapfel geworden. Im ursprünglichen 2012 ausgehandelten Deal sollten die USA zunächst nicht an den Mauteinnahmen beteiligt werden, bis Kanada damit die Baukosten der Brücke getilgt habe. Trump hatte die Konditionen dann aber neu verhandeln wollen. Die ursprünglich für Juni geplante Eröffnung wurde verschoben.

Im Juli wurde dann eine Einigung verkündet. Die sieht vor, dass die Einnahmen in den ersten 15 Jahren des Abkommens zur Deckung der Instandhaltungs- und Betriebskosten der Brücke verwendet werden. Der verbleibende Betrag wird aufgeteilt zwischen Kanada und einem von den USA kontrollierten Wirtschaftsförderungsfonds. Der kanadische Premier Mark Carney geriet darüber in die Kritik der Opposition, die ihm vorwarf, vor Trump in die Knie gegangen zu sein.

Auch wenn die Kanadier nun allein feierten, sollen die ersten Fahrzeuge dem Plan nach am Montag über die Brücke rollen. Laut dem kanadischen Sender CBC läuft ein Drittel des gesamten Handels zwischen den USA und Kanada über den Handelskorridor in der Region, zu dem auch noch weitere Brücken und Tunnel gehören. Laut einer Mitteilung des US-Heimatschutzministeriums geht man davon aus, dass über die Brücke etwa 45 Prozent des kommerziellen Verkehrs in der Region Detroit laufen wird.