Scharfe Töne

Trump verteidigt Krieg, keine Angst vor Demokraten

© Getty
US-Präsident Donald Trump hat eingeräumt, dass die durch den Iran-Krieg gestiegenen Spritpreise ein Grund für die Niederlage seiner Republikaner bei den Parlamentswahlen waren.
Zur Vollversion des Artikels

Er halte die Einschätzung seines Vizepräsidenten J.D. Vance, der den Krieg als Grund für die Wahlniederlage bezeichnet hatte, für weitgehend zutreffend, sagte Trump vor Journalisten in Washington. Der Krieg habe die Preise kurzfristig "ein wenig" in die Höhe getrieben.

Gleichzeitig verteidigte er seine Entscheidung zum Krieg gegen den Iran. Wenn er noch einmal vor der Wahl stünde, würde er genauso handeln, sagte der Republikaner. Man dürfe nicht zulassen, dass der Iran eine Atomwaffe bekomme. Auf die Frage, ob der Krieg es wert gewesen sei, antwortete er mit Ja. Er argumentierte auch, der Unmut richte sich nicht gegen den Krieg an sich, sondern gegen die gestiegenen Preise: "Es ist nicht der Krieg, sondern die Preise."

Trump denke nach eigenen Angaben auch nicht darüber nach, seinen Verteidigungsminister Pete Hegseth zu feuern. Auf eine entsprechende Frage sagte er: "Nein, ich finde, er macht einen sehr guten Job." Der Sender CBS News hatte zuvor unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, dass Trump seine Berater nach der Wahl-Niederlage gefragt habe, ob Hegseth im Amt bleiben solle.

Der von Trump gemeinsam mit Israel begonnene Iran-Krieg hatte die Republikaner im Wahlkampf enorm belastet. Die in der Folge gestiegenen Spritpreise waren eine der zentralen Sorgen der US-Amerikanerinnen und -Amerikaner vor den Wahlen. Hegseth ist als Pentagon-Chef - neben Trump - eines der zentralen Gesichter, das in den USA mit dem unpopulären Krieg verbunden wird. Schon länger steht er unter anderem deshalb auch als möglicher Kandidat für ein Amtsenthebungsverfahren im Fokus, das die Demokraten mit ihrer neuen Mehrheit im Repräsentantenhaus einleiten könnten.

Keine Angst

Mit Blick auf ein mögliches neues Amtsenthebungsverfahren gegen Trum, das die Demokraten mit ihrer Mehrheit im Repräsentantenhaus einleiten könnten, zeigte sich Trump gelassen. Er mache sich deswegen "nicht einmal ein bisschen" Sorgen. Ein solcher Schritt würde seiner Ansicht nach die Demokratische Partei "zerstören". Es gebe keinen Grund dafür, behauptete er. "Wofür? Dafür, dass wir ein erfolgreiches Land haben?", fragte Trump.

Trump sagte zudem, dass seine Partei die Wahlen gewonnen hätte, wenn er selbst auf dem Stimmzettel gestanden hätte. Die Begeisterung seiner Anhänger bei Wahlkampfveranstaltungen habe sich nicht auf die republikanischen Kandidaten übertragen lassen. Die Republikaner hatten bei den Wahlen am Vortag die Mehrheiten in Repräsentantenhaus und Senat verloren. US-Wähler bescherten der Demokratischen Partei einen erdrutschartigen Sieg.

Ballsaal werde schönster der Welt

Trump lobte beim ersten öffentlichen Auftritt vor TV-Kameras nach der Niederlage bei den Kongresswahlen vor allem auch den Ballsaal, den er am Weißen Haus bauen lässt. Es werde der "schönste Ballsaal in der ganzen Welt" sein, sagte Trump auf der Baustelle. Er verwies auch auf seinen Plan, einen Triumphbogen zu bauen und einen alten Golfplatz in der US-Hauptstadt zu erneuern.