Kiew, Moskau, Washington. US-Präsident Donald Trump wünscht sich einen raschen Ukraine-Friedensdeal, oder den Rücktritt von Ukraine-Staatschef Wolodymyr Selenskyj. Es sei "Zeit für die Ukraine, einen neuen Präsidenten zu bekommen", der bereit sei, den Krieg mit Russland zu beenden, so Trump. Ein Abkommen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine scheitere stets an Selenskyj und nicht an Russlands Präsident Wladimir Putin, sagte Trump gegenüber Reportern.
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Parallel zu Trumps-Kritik erhöhte auch US-Milliardär Elon Musk den Druck auf die Ukraine: Der SpaceX-Besitzer drosselte von einer Minute zur nächsten den Zugang zum Starlink-Satelliten-System, dadurch war Ukraines Militär nach oben hin blind und wehrlos gegenüber russischer Raketenangriffen.
Als nächsten Schritt schloss Trump ein Dieselabkommen mit Moskau ab. Hunderttausende Tonnen Treibstoff soll Russland demnächst in die USA liefern. Gleichzeitig verlangte er ein Ende der ukrainischen Angriffe auf russische Öl-Infrastruktur.
Selenskyj will ein Einfrieren der Frontlinien
Die politisch-militärische Zangenwirkung der USA zeigte jetzt Wirkung. Kiew stimmte einem baldigen Dreiertreffen zwischen Moskau, Kiew und Washington zu: "Die amerikanische Seite schlägt vor, dieses Treffen so bald wie möglich zu organisieren. Wir sind dafür", so der Ukraine-Präsident.
Zuvor hatte Steve Witkoff, Sondergesandter von Trump, in Sankt Petersburg Kremlchef Putin getroffen und die Eckpunkte für kommende Gespräche fixiert. Witkoff sicherte Putin zu, dass Amerika auf weitere Sanktionen gegen Russland verzichtet. Im Gegenzug ließ Moskau den US-Amerikaner Stephen Hubbard frei. Hubbard saß vier Jahre in russischer Haft, ihm wurde vorgeworfen, als Söldner in der Ukraine gekämpft zu haben. Witkoff überbrachte Putin "Ideen" und "einige Dokumente" für ein Ende des inzwischen fast fünf Jahre andauernden Krieges.
Details, wie ein möglicher Friedens -oder Waffenstillstandsdeal aussehen könnte, sickerten nicht durch. Selenskyj wünscht sich jedenfalls ein Einfrieren der Kampfhandlungen an den aktuellen Frontlinien. Die Truppenaufstellung zum Zeitpunkt dieser Vereinbarung soll de facto als Kontaktlinie anerkannt werden.
Rund 25 Prozent seines Staatsgebietes müsste demnach die Ukraine abtreten, inklusive der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim. Auch soll entlang der derzeitigen Kampflinie eine entmilitarisierte Zone und Sonderwirtschaftsgebiete entstehen. Mehr als ein Entwurf für ein Rahmendokument liegt aber noch nicht vor.
Trump hat sich zuversichtlich über ein baldiges Ende des Ukrainekriegs geäußert: Vielleicht sind wir jetzt so nah dran wie noch nie“, sagte er.
Putins außenpolitischer Berater, Jurij Uschakow, nannte als möglichen Termin die Zeit nach dem 10. November. Verhandelt könnte in Abu Dhabi werden. In dem Dreierformat USA, Russland und Ukraine. Diese Gespräche hatte es zuletzt im Februar in Genf gegeben, davor zweimal in Abu Dhabi.
Lösung hatte keines dieser Treffen gebracht. Und auch jetzt gehen die Angriffe weiter. Während über das nächste Meeting der Kriegsparteien verhandelt wird, griff Russland weiter Ukraines Hauptstadt Kiew mit ballistischen Raketen an. Wohnhäuser wurden getroffen, auch eine Tankstelle auf dem östlichen Ufer des Dnipro. Abermals gab es Tote, Verletzte. Nach einem wirklichen Friedens-Wunsch sieht das nicht aus.