Unter der Woche gibt es Frühstück um sieben, Mittagessen um zwölf und Abendessen um 18 Uhr. Am Wochenende sieht es plötzlich ganz anders aus: spätes Frühstück, langer Brunch und Abendessen erst am späten Abend.
Genau dieses Verschieben der Essenszeiten bezeichnen Forschende als "Eating Jetlag". Eine neue Untersuchung mit mehr als 100.000 Erwachsenen zeigt nun: Vor allem bei Männern war ein stärker schwankender Essensrhythmus mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.
Schon eine Stunde kann einen Unterschied machen
Die Teilnehmer der französischen NutriNet-Santé-Studie dokumentierten über längere Zeit, wann und was sie aßen. Anschließend wurden sie mehr als acht Jahre beobachtet.
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Bei Männern war jede zusätzliche Stunde Eating Jetlag mit einem um 14 Prozent höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Bei koronaren Herzerkrankungen lag der Anstieg sogar bei 21 Prozent.
Dabei spielte offenbar nicht nur eine Verschiebung nach hinten eine Rolle. Auch Männer, die ihre Mahlzeiten an freien Tagen deutlich früher einnahmen, zeigten ein erhöhtes Risiko.
Der Körper mag offenbar einen Rhythmus
Unser Körper orientiert sich nicht nur an Licht und Dunkelheit. Auch regelmäßige Mahlzeiten geben den inneren Uhren in Organen wie Leber und Bauchspeicheldrüse wichtige Signale.
Wer seine Essenszeiten ständig um mehrere Stunden verschiebt, könnte diese Abläufe durcheinanderbringen. Welche Mechanismen genau dahinterstecken, ist allerdings noch nicht geklärt.
Muss man jetzt jeden Tag zur selben Zeit essen?
Nein. Die Studie sagt nicht, dass man jeden Tag exakt um sieben Uhr frühstücken oder um 18 Uhr zu Abend essen muss. Auch ein späteres Abendessen ist nicht automatisch problematisch.
Entscheidend könnte vielmehr sein, wie stark sich die persönlichen Essenszeiten zwischen Arbeits- und freien Tagen verschieben.
Und noch eine wichtige Einschränkung: Der Zusammenhang wurde in der Studie nur bei Männern festgestellt. Warum das so ist, können die Forschenden derzeit nicht erklären.
Ein Sonntagsbrunch ist also noch lange kein Grund zur Panik. Die Ergebnisse zeigen aber, dass neben der Frage, was wir essen, möglicherweise auch die Frage, wann und wie regelmäßig wir essen, eine Rolle für unsere Gesundheit spielt.