Haben Sie in letzter Zeit auch das Bedürfnis verspürt, einfach einmal die Lautstärke der Welt herunterzudrehen? Selbst im Urlaub fällt es vielen schwer, zur Ruhe zu kommen, schließlich sind beliebte Reiseziele oft dicht an dicht mit Touristen gefüllt.
Damit sind Sie nicht allein: Laut aktuellen Daten sind die Suchanfragen nach "ruhigen Reisezielen" im Vergleich zum Vorjahr um satte 1.268 Prozent gestiegen. Ein deutliches Zeichen für die wachsende Sehnsucht nach Erholung abseits des Massentourismus. Genau hier setzt die Buchungsplattform BookRetreats.com an: Mit dem neuen "Unspoilt Index" (Index der unberührten Orte) zeigt sie, wo Reisende noch Ruhe, Natur und Abgeschiedenheit finden können.
So wurde das Ranking erstellt
Was macht einen Ort eigentlich entspannend? Um das zu messen, orientierte sich der Index an den Standards der Europäischen Umweltagentur und bewertete die Inseln nach sechs Kriterien:
- Üppige, unberührte Natur
- Wenig Straßenverkehr
- Kaum Flugverkehr
- Viel Platz und keine Menschenmassen
- Dunkle Nachthimmel (keine Lichtverschmutzung)
- Naturbelassene Küstenabschnitte
Europas Nummer 1 liegt direkt neben einer Party-Hochburg
Wenig überraschend landete das für seine Besuchermassen bekannte Santorini auf dem vorletzten Platz (Rang 99 von 100). Der absolute Verlierer und damit die unruhigste Insel im Ranking ist übrigens Malta auf Platz 100.
Doch die eigentliche Sensation liegt nur eine einzige Fährstunde von Santorini entfernt: Anafi.
Die winzige griechische Kykladeninsel sichert sich nicht nur den Titel als ruhigste Insel Europas, sondern landet im weltweiten Vergleich auf einem phänomenalen zweiten Platz. Hier gibt es keinen Flughafen, kaum Straßen und einsame Traumstrände. Ein echter Zufluchtsort für alle, die das ursprüngliche Griechenland suchen.
Platz 2: St. Martin’s, England
Betrachtet man nur die europäischen Destinationen, landet St. Martin’s, eine winzige Insel vor der Küste von Cornwall in England, auf dem zweiten Platz. Die Insel, die drittgrößte der Scilly-Inseln, hat nur 135 Einwohner und wird aufgrund ihrer Lage vom Golfstrom erwärmt, sodass sie zu den sonnigsten Gegenden Großbritanniens zählt. St. Martin’s verfügt über einen Weinberg, eine Blumenfarm und bietet die Möglichkeit, vor der Küste mit Robben zu schnorcheln.
Platz 3: Isle of Skye, Schottland
Die größte Insel der Inneren Hebriden bietet so viel Weite, dass man die Stille förmlich atmen kann. Zwischen den schroffen Felsnadeln des Old Man of Storr, den mystischen Fairy Pools und den nebelverhangenen Cuillin-Bergen fühlt man sich wie am Ende der Welt. Die Natur hier ist roh, dramatisch und ungezähmt. Der perfekte Ort, um sich den Kopf vom schottischen Wind freipusten zu lassen und abends am Kaminfeuer bei einem Glas Whisky endgültig zur Ruhe zu kommen.
Platz 4: Herm, Kanalinseln
Ein winziger Fleck im Ärmelkanal, der beweist, dass weniger manchmal so viel mehr ist. Auf Herm leben gerade einmal 60 Menschen. Autos sind hier strengstens verboten und selbst Fahrräder dürfen nicht benutzt werden. Wer auf Herm landet, schaltet automatisch ein paar Gänge zurück. Die Insel ist so klein, dass man sie mühelos zu Fuß umrunden kann. Highlights wie der Shell Beach sehen mit ihrem weißen Sand und dem türkisblauen Wasser aus, als hätte man die Karibik versehentlich vor die Küste Großbritanniens verpflanzt. Hier weckt Sie kein Hupen, sondern höchstens das Kreischen der Möwen.
Platz 5: Mljet, Kroatien
Während sich in Dubrovnik oder Split die Touristen stauen, bieten diese kroatische Inseln absolute Abgeschiedenheit. Mljet gilt als die grünste Insel Kroatiens. Ein Drittel der Insel ist ein geschützter Nationalpark, in dem sich zwei atemberaubende Salzwasserseen verbergen. Man gleitet im Kajak lautlos über das Wasser, umgeben von dichten Pinienwäldern.
Plätze 6-10
Vis, Kroatien (Platz 6): Wer das kristallklare Wasser des Mittelmeers liebt, dem Trubel aber entfliehen will, findet auf dieser kroatischen Perle unberührte Natur und herrliche Abgeschiedenheit.
Milos, Griechenland (Platz 7): Eine weitere griechische Insel, die beweist, dass es jenseits der Massen noch echte Rückzugsorte gibt.
Salina, Italien (Platz 8): Die grünste der Äolischen Inseln ist ein Geheimtipp für alle, die das Dolce Vita abseits der Touristenströme genießen wollen.
Flores, Azoren, Portugal (Platz 9): Der westlichste Punkt Europas ist ein wildes Naturreservat voller mystischer Kraterseen und gigantischer Wasserfälle, die grün bewachsene Felswände hinabstürzen.
La Gomera, Kanaren (Platz 10): Während auf Teneriffa nebenan die All-Inclusive-Bunker brummen, taucht man auf La Gomera in den Garajonay-Nationalpark ein und ist ganz für sich.
Europa schneidet im globalen Vergleich erstaunlich gut ab und sichert sich gleich zehn Plätze in den Top 25. Der absolute weltweite Gewinner ist allerdings Stewart Island in Neuseeland. Dort übertreffen die berühmten, flugunfähigen Kiwis (die Vögel) die menschliche Bevölkerung von 500 Personen um das Vierzigfache.