Athen – Mit der Akropolis im Hintergrund wählte US-Außenminister Marco Rubio eine symbolträchtige Kulisse für eine ungewöhnlich deutliche Botschaft an Europa. Der Trump-Vertraute warnte vor einem möglichen Bedeutungsverlust des Westens und forderte die USA und Europa zu mehr wirtschaftlicher, technologischer und militärischer Stärke auf.
Rubio: "Wir stehen an einem Scheideweg"
"Wir sind an einem Wendepunkt", sagte Rubio in seiner Rede. Die Entscheidungen der kommenden Jahre würden seiner Einschätzung nach die Zukunft des gesamten Westens prägen.
Seine Botschaft: Die USA und Europa müssten ihre industrielle Basis stärken, ihre Verteidigung ausbauen und bei wichtigen Technologien wieder stärker auf eigene Fähigkeiten setzen. Andernfalls drohten Abhängigkeit und ein weiterer Verlust an Einfluss.
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Rubio forderte Europa dabei ausdrücklich zu mehr Selbstbewusstsein auf. Die europäischen Staaten sollten ihre eigenen Interessen wieder stärker in den Mittelpunkt stellen und gleichzeitig die Zusammenarbeit mit den USA festigen.
"Nationalismus" sei nicht automatisch etwas Schlechtes
Besonders deutlich wurde Rubio beim Thema Nationalismus. Er kritisierte, dass der Begriff in Europa vielfach zum Schimpfwort geworden sei.
Nach seiner Argumentation sei es nicht falsch, das eigene Land und dessen Interessen an die erste Stelle zu setzen. Als Beispiel verwies er auf das antike Griechenland. Auch die Griechen hätten gewusst, dass Loyalität zur eigenen Nation und die Verteidigung ihrer Interessen nichts Verwerfliches seien.
Gleichzeitig warb Rubio für eine enge Verbindung zwischen Europa und den USA. Nationales Selbstbewusstsein und internationale Bündnisse seien für ihn kein Widerspruch.
Trump-Kurs mit Blick auf die Antike
Rubio verband seine Botschaft immer wieder mit der Geschichte Griechenlands. Die antike Zivilisation habe Eigenschaften geprägt, die später den Westen stark gemacht hätten: Mut, Entdeckergeist, Ehrgeiz und die Bereitschaft, Risiken einzugehen.
Auch die Politik von US-Präsident Donald Trump verteidigte Rubio in diesem historischen Rahmen. "America First" bedeute aus seiner Sicht nicht, sich von Verbündeten abzuwenden. Vielmehr gehe es darum, die eigene Stärke wiederherzustellen und gleichzeitig starke Bündnisse zu erhalten.
Europa soll militärisch stärker werden
Positive Signale sieht Rubio bereits bei den steigenden Verteidigungsausgaben europäischer Staaten. Europa müsse diesen Weg aus seiner Sicht weitergehen und seine militärischen Fähigkeiten ausbauen.
Der US-Außenminister sieht den Westen angesichts des wachsenden Wettbewerbs zwischen großen Mächten an einem entscheidenden Punkt. Seine Botschaft aus Athen: Europa und die USA sollen ihre Stärke zurückgewinnen, bevor ihr Einfluss weiter schwindet.