205 Millionen Euro
US-Rüstungskonzern will Steyr-Motors übernehmen
Steyr. Der US-Rüstungskonzern Red Cat will Steyr Motors übernehmen und künftig verstärkt Dieselmotoren aus Oberösterreich für unbemannte Militärboote einsetzen. Das Übernahmeangebot beträgt 205 Millionen Euro. Für den Standort Steyr könnten dadurch zusätzliche Aufträge und neue Arbeitsplätze entstehen.
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Der amerikanische Konzern sieht großes Wachstumspotenzial bei ferngesteuerten Militärbooten. Diese können zur Aufklärung, zum Schutz wichtiger Einrichtungen oder für bewaffnete Einsätze verwendet werden. Red-Cat-Vertreter Barry Hinckley erwartet in den kommenden Jahren weltweit einen Bedarf von mehreren zehntausend solcher Boote. Die Motoren aus Steyr gelten aufgrund ihrer patentierten Bauweise, ihres geringen Gewichts und ihrer hohen Leistungsfähigkeit als besonders geeignet. Auch die Fertigungsqualität spielt für den amerikanischen Konzern eine entscheidende Rolle.
Neue Arbeitsplätze ab 2027 möglich
Steyr-Motors-Vorstandsvorsitzender Julian Cassutti erwartet durch die geplante Übernahme zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten auf dem amerikanischen Markt. Besonders der Zugang zum US-Verteidigungsministerium könnte neue Aufträge ermöglichen.
Bereits 2027 rechnet das Unternehmen mit zusätzlichen Bestellungen. Neben Dieselmotoren für Militärboote könnten auch Stromaggregate geliefert werden, mit denen beispielsweise Drohnen während ihrer Einsätze geladen werden. Sollte die Nachfrage entsprechend steigen, wäre eine Ausweitung der Produktion denkbar. Derzeit arbeitet Steyr Motors in einer Schicht. Eine zweite Schicht könnte zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.
Produktion soll in Steyr bleiben
Red Cat betont, langfristig am österreichischen Standort festhalten zu wollen. Eine dreijährige Standortgarantie soll die Produktion zunächst absichern. Laut Hinckley steht eine Verlagerung ins Ausland nicht zur Diskussion, da die Qualität der Motoren entscheidend sei.
Auch die Eigenständigkeit des Unternehmens soll weitgehend erhalten bleiben. Zwar werde künftig eine engere Abstimmung mit den amerikanischen Partnern notwendig sein, größere Veränderungen bei der Entscheidungsfreiheit seien jedoch nicht vorgesehen. Derzeit laufen Gespräche mit den Aktionären über den Verkauf ihrer Anteile. Bis zum 18. Dezember können sie das Übernahmeangebot annehmen.
Ob der Eigentümerwechsel tatsächlich zustande kommt, soll sich bis zum kommenden Frühjahr entscheiden. Für Steyr Motors könnte damit eine neue Wachstumsphase beginnen.