Machtgehabe

Vanessa Mai: Abrechnung mit Schlager-Branche

© Sony Music/Sandra Ludewig
Auf der Bühne strahlt Vanessa Mai stets wie eine Sonnenschein-Garantie, doch hinter den Kulissen der Showbranche herrschen oft bitterer Neid, Bösartigkeit und eiskalte Ausgrenzung.
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Wenn die Kameras angehen, ist die Schlagerwelt eine einzige große, heile Familie – doch sobald das Licht erlischt, rennt oft ein ganz anderer, wesentlich hässlicherer Schmäh. In der aktuellen Folge ihres Podcasts "Schön Laut" rechnete Vanessa Mai gemeinsam mit Co-Host Lola Weippert gnadenlos mit dem Konkurrenzdenken in der Musik- und Medienbranche ab. Von Missgunst und fehlendem Zusammenhalt unter Künstlern kann die Sängerin nämlich ein Liedchen singen.

Besonders bei der älteren Generation ortet die Musikerin ein veraltetes Ellenbogen-Denken. Das Motto "Es kann nur eine geben" sitze dort offenbar noch tief in den Köpfen. Dagegen erfreut sie sich an den jüngeren Kolleginnen und Kollegen: Die seien durch die Bank weg extrem supportive und halten zusammen.

"Könnte direkt ins Klo heulen"

Wie sich die Rivalitäten im Alltag anfühlen? Vanessa schildert Szenen, die tief blicken lassen. Es beginne oft schon beim Betreten eines Raumes: Man wird absichtlich nicht beachtet, kriegt den Rücken zugedreht oder wird schlicht entgegengesehen, als wäre man Luft – obwohl einen das Gegenüber ganz genau wahrnimmt. Für die feinfühlige Sängerin sind solche Spitzen ein echter Stich ins Herz.

Auch gemeine Sprüche musste sich Vanessa schon anhören. Ihre Reaktion auf diese Bösartigkeiten verheimlicht sie nicht: "Ich bin dann auch jemand, ich könnte direkt ins Klo heulen." Das Verarbeiten dauert bei der empfindsamen Musikerin oft Wochen – nicht selten kochen die Verletzungen erst Tage später beim stinknormalen Waschmaschine-Ausräumen wieder hoch.

Dass der raue Ton in der Branche längst Methode hat, bestätigte auch Lola Weippert. Die Moderatorin erzählte fassungslos von einem Dreh, bei dem ihr eine Kollegin aus heiterem Himmel und ohne jede Ironie an den Kopf warf: "Du bist so bescheuert!" – und das absolut todernst mitten im Arbeitsumfeld.

Vanessa Mai zeigte sich von diesem fiesen Ausraster sichtlich erschüttert. Für sie gibt es kaum etwas Hässlicheres, als wenn egoistische Menschen ihre schlechte Laune auf andere überstülpen und Unbeteiligte mit hineinziehen. Ein starkes Statement zweier Power-Frauen, das zeigt: Der Schein in der Glitzerwelt trügt gewaltig!