Nach WM-Aus

Vinicius Jr. bittet ganz Brasilien um Verzeihung

© APA/AFP/ANGELA WEISS
Der brasilianische Superstar entschuldigte sich bei seinen Landsleuten für das WM-Ausscheiden gegen Norwegen.
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Knapp eine Woche nach Brasiliens Aus bei der Fußball-WM hat sich Stürmerstar Vinicius Jr. mit einem emotionalen Statement zu Wort gemeldet. Nach fast vier Jahren sitze er wieder hier und überlege, was er nach der WM-Enttäuschung schreiben solle, erklärte der Angreifer von Real Madrid. Er habe ein paar Tage zum Nachdenken gebraucht. "Die Frustration ist enorm", schrieb der 25-Jährige auf Instagram. Die Brasilianer waren im Achtelfinale gegen Norwegen (1:2) ausgeschieden.

Das lange Warten der Selecao auf ihren ersten WM-Titel seit 2002 geht noch mindestens vier Jahre weiter. "Das Nationaltrikot zu tragen, ist der größte Stolz meines Lebens", betonte Vinicius Jr. "Wir hatten eine Mannschaft, die stark genug war, um mehr zu erreichen, aber wir haben es nicht geschafft. Ich entschuldige mich und werde weiter für unseren Traum kämpfen, wieder an die Weltspitze zurückzukehren." Vinicius Jr. erzielte beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko vier Tore. Er war auch schon bei der WM 2022 in Katar dabei. Damals verloren die Brasilianer im Viertelfinale gegen Kroatien im Elfmeterschießen.

Senegal-Kapitän Koulibaly schrieb von "langen Nächten"

Nicht nur Vinicius Jr., auch Senegals Kapitän Kalidou Koulibaly bezog mehrere Tage nach dem bitteren Aus gegen Belgien (2:3 nach Verlängerung nach 2:0-Führung) im Sechzehntelfinale Stellung zum unglücklichen Auftreten seines Teams. Seit dem dramatischen Ausscheiden in Seattle seien "die Nächte lang" gewesen, schrieb der Verteidiger an das senegalesische Volk gerichtet und brachte seine große Enttäuschung zum Ausdruck.

Der 35-Jährige zeigte Verständnis für die Kritik aus der Heimat und bedankte sich für die Unterstützung. "Als Kapitän übernehme ich die volle Verantwortung für das Ausscheiden", erklärte er. Alle würden ihren Teil der Verantwortung dafür tragen. Er könne allerdings nicht ruhig bleiben, "wenn Männer, die immer mit vollem Stolz Senegal repräsentiert haben, in ihrer Ehre angegriffen werden".

Koulibaly will Vertrauen zurückgewinnen

Vom ersten bis zum letzten Tag bei diesem Turnier sei die Mannschaft "geeint, sich unterstützend und durch und durch professionell" aufgetreten, erklärte Koulibaly, der bei Al-Hilal in Saudi-Arabien spielt. Zudem wies der 105-fache Nationalspieler Gerüchte zurück, wonach er Einfluss auf die Aufstellung genommen haben soll. In sportlichen Angelegenheiten habe immer der Trainer die Entscheidungen getroffen, versicherte Koulibaly. Und diese Entscheidungen seien auch respektiert worden.

Man wolle nun noch härter arbeiten, noch stärker zurückkommen und sich das Vertrauen der Bevölkerung wieder verdienen, kündigte Koulibaly an. Senegals Auftritt beim WM-Turnier wurde von diversen Unruhen begleitet. Zunächst war die Vertragssituation von Trainer Pape Thiaw ungeklärt. Zudem hatte es zu WM-Beginn Medienberichte gegeben, wonach einige Profis noch auf ausstehende Prämien des Verbands warten würden und sich zudem über die Ausstattung des Quartiers in New Jersey beschwert hätten. Thiaw hatte gewisse Unstimmigkeiten bestätigt.