Hitze-Wahnsinn
Von der Leyen hat es kühl, Personal schwitzt
Die Europäische Kommission musste am Freitag das Kühlsystem ihres Hauptgebäudes, des Berlaymont, aufgrund der extremen Wetterbedingungen zwangsweise abschalten. Betroffen von der Maßnahme waren am Freitagmittag rund 3.000 Mitarbeiter, die eine entsprechende Kurznachricht auf ihre Handys erhielten. Darin stand laut "Bild"-Bericht wörtlich: "BERL – DRINGEND – Aufgrund extremer Wetterbedingungen wird das Kühlsystem von Stockwerk 1 bis 7 des Berlaymont-Gebäudes den Rest des Tages zwangsweise abgeschaltet."
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In dem 13-stöckigen Gebäude arbeiten Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sowie ihre 26 Kommissare. Da sich das Büro der Kommissionschefin im 13. Stock befindet und die meisten Kommissare ihre Büros ab der achten Etage oder höher haben, waren diese Bereiche von der Abschaltung nicht betroffen – dort lief die Kühlung weiter. Ein Mitarbeiter äußerte sich gegenüber "Politico" erzürnt: "Das ist wie Feudalismus." Ein weiterer Kollege bezeichnete die Situation als "Schande". Selbst in Bereichen, in denen die Klimaanlage noch lief, wurden laut einem EU-Beschäftigten Temperaturen von 25,7 Grad Celsius gemessen.
Unmut über Ratschläge
Die Kommission hatte ihre Angestellten bereits Anfang der Woche mit Ratschlägen zur Hitzebewältigung versorgt, etwa früher mit der Arbeit zu beginnen, ausreichend Wasser zu trinken oder die Mittagssonne zu meiden. Diese Tipps stießen bei Personal, das in Gebäuden ohne Klimaanlage arbeitet – beispielsweise in der Generaldirektion Landwirtschaft –, auf Unmut. Auch das Europäische Parlament war in dieser Woche bereits von Problemen betroffen, als das Kühlsystem dort aufgrund der hohen Auslastung zu Stromausfällen führte.