Der "Universum"-Zweiteiler "Zealandia" läuft am Dienstag, 10. November, um 20:15 Uhr auf ORF 2. Der zweite Teil folgt am Dienstag, 17. November, um 20:15 Uhr auf ORF 2. Beide Folgen sind auch auf ORF ON zu sehen.
Auch interessant
Mitten im Pazifik befindet sich eine gewaltige Landmasse, die etwa halb so groß wie Europa ist. Rund 95 Prozent davon liegen unter dem Meeresspiegel. Nur die höchsten Erhebungen, darunter Neuseeland und Neukaledonien, ragen aus dem Wasser. Die TV-Dokumentation von Lars Pfeiffer nimmt das Publikum mit eindrucksvollen Naturaufnahmen und aufwendigen Animationen mit auf eine Entdeckungsreise.
Spurensuche tief im Ozean
Vor mehr als 80 Millionen Jahren löste sich Zealandia vom Urkontinent Gondwana. Die Erdkruste wurde immer dünner, wodurch riesige Landflächen schließlich im Pazifik versanken. Jahrzehntelang suchten Forscher nach Beweisen für die Existenz des Kontinents. Der neuseeländische Geologe Nick Mortimer fand tief unter Wasser Granit – ein typisches Kontinentalgestein, wo eigentlich Basalt zu erwarten gewesen wäre. Im Jahr 2017 präsentierte ein internationales Forschungsteam schließlich die Argumente dafür, Zealandia als eigenständigen achten Kontinent der Erde anzuerkennen.
Seltene Tiere auf verbliebenen Inseln
Auf den Inseln entwickelte sich über Millionen Jahre eine außergewöhnliche Tierwelt. Dazu gehört der flugunfähige, nachtaktive Papagei Kākāpō, dessen tiefe Balzrufe durch die Wälder hallen. Auch der Kiwi und die Tuatara-Brückenechse, deren Vorfahren bereits zur Zeit der Dinosaurier lebten, sind hier zu Hause. Viele dieser Arten sind heute bedroht, besonders durch eingeschleppte Säugetiere. Artenschützer kämpfen deshalb um das Überleben jedes einzelnen Kākāpō.
Aktive Naturkräfte formen das Land
Obwohl der Kontinent größtenteils versunken ist, bleibt er geologisch aktiv. In Neuseeland wachsen die Südlichen Alpen weiter in die Höhe. In den Höhlen von Waitomo locken leuchtende Insektenlarven Beute an, während vor Neukaledonien Buckelwale jedes Jahr zu den Gipfeln versunkener Berge zurückkehren. Zudem brütet der seltene Tawaki-Pinguin mitten im Regenwald unter Baumwurzeln und umgestürzten Stämmen.
Die Dokumentation zeigt eine Welt, die den meisten Menschen bisher verborgen geblieben ist. Fest steht: Der geheimnisvolle Kontinent ist noch lange nicht fertig mit seiner Entwicklung. Während der Großteil tief unter dem Pazifik verborgen bleibt, wachsen seine Berge bis heute weiter.