Nachwahl in England

Wahl-Krimi: ER will Briten-Premier Starmer stürzen

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Es ist die Rede von der womöglich "folgenreichsten Nachwahl" in der Geschichte Großbritanniens.
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Am Donnerstag stimmen die Wähler in Nordwestengland über den Unterhaussitz des Wahlkreises Makerfield ab. Es tritt der beliebte Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham, von der sozialdemokratischen Labour-Partei an, der dem schwer angeschlagenen Premierminister Keir Starmer gefährlich werden könnte: Denn im Fall eines Sieges will Burnham als Nachfolger von Starmer kandidieren.

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Worum geht es?

Der Starmer-Kritiker Burnham, der schon von 2001 bis 2017 Abgeordneter im Parlament in London war, ist derzeit Bürgermeister der Region Greater Manchester, die die gleichnamige englische Metropole umfasst. Burnham will den Parlamentssitz gewinnen, um anschließend für den Labour-Vorsitz und das Amt des Premierministers zu kandidieren. Gemäß den Regularien kann er dies nur als Abgeordneter.

Anfang Juni bekräftigte der 56-Jährige seine Ambitionen auf das Amt des britischen Regierungschefs. Scheitert Burnham bei der Nachwahl, würde dies Starmer politisch eine Atempause verschaffen. Der Premier ist bei vielen Wählern unbeliebt und steht auch innerparteilich massiv unter Druck.

Starmers Zukunft liegt damit in den Händen von rund 76.000 Menschen, die am Donnerstag in dem Wahlkreis zur Stimmabgabe aufgerufen sind. Die Wahllokale öffnen um 07.00 Uhr (Ortszeit, 08.00 Uhr MESZ) und schließen um 22.00 Uhr (Ortszeit, 23.00 Uhr MESZ). Mit Ergebnissen wird am Freitagmorgen gerechnet.

Warum findet die Nachwahl statt?

Für gewöhnlich wird eine Parlamentsnachwahl abgehalten, wenn ein Abgeordneter zurücktritt oder stirbt. In diesem Fall trat der Labour-Abgeordnete Josh Simons eigens zurück, um seinem Parteifreund Burnham einen Weg zurück ins Unterhaus zu ebnen und damit längerfristig einen Sturz Starmers zu ermöglichen.

Burnham gehört dem linken Labour-Flügel an und genießt dort breiten Rückhalt. Er gilt als einer der größten innerparteilichen Rivalen Starmers und kritisiert dessen Kurs seit längerem.

Der Premier, der im Juli 2024 sein Amt angetreten hatte, ist vor allem seit der krachenden Labour-Niederlage bei den Regional- und Kommunalwahlen Anfang Mai schwer unter Druck. Einen auch aus den eigenen Reihen geforderten Rücktritt lehnt Starmer ab.

Wie sind Burnhams Chancen?

Umfragen zufolge stehen die Chancen für Burnham gut, die Nachwahl zu gewinnen: Sie sagen etwa 45 Prozent der Stimmen für ihn voraus. Sein größter Rivale ist demnach der gelernte Installateur Robert Kenyon von der rechtspopulistischen Partei Reform UK, der den Umfragen zufolge auf 40 Prozent kommen könnte. Burnham sagte Anfang Juni, dass die Nachwahl "knapp" ausgehen könnte.

Bisher galt der Wahlkreis Makerfield als Labour-Hochburg. Allerdings errang der Labour-Politiker Simons bei der Parlamentswahl 2024 nur eine Mehrheit von etwas mehr als 5.300 Stimmen. Und bei den Kommunalwahlen im vergangenen Monat verbuchte Reform UK in der Region Erfolge.

Allerdings könnten Burnhams hohe Beliebtheitswerte zu einem Sieg bei der Nachwahl beitragen. Burnhams Rivale Kenyon geriet zudem durch beleidigende Bemerkungen in die Schlagzeilen, die er in der Vergangenheit in Onlinediensten unter anderem gegenüber Frauen gemacht haben soll.

Die rechts von Reform UK stehende Partei Restore Britain, die vom US-Tech-Milliardär Elon Musk unterstützt wird, könnte Umfragen zufolge bei der Nachwahl acht Prozent der Stimmen holen.

Wie geht es nach der Wahl weiter?

Medienberichten zufolge könnte Burnham im Falle eines Sieges bei der Nachwahl rasch seine Kandidatur für die Labour-Parteiführung verkünden. Andere Beobachter gehen davon aus, dass er bis zum jährlichen Labour-Parteitag im September warten könnte. Für eine Kandidatur würde Burnham die Unterstützung von 81 Labour-Abgeordneten benötigen. Bei der Kampfabstimmung gegen Starmer wiederum müsste Burnham dann die Mehrheit der Parteimitglieder hinter sich bringen.

Weitere Labour-Politiker könnten noch offiziell den Hut in den Ring werfen, darunter der frühere Gesundheitsminister Wes Streeting, der im Mai zurücktrat und bereits seine Absicht bekundet hat, Starmer das Amt als Partei- und Regierungschef streitig zu machen. Auch der ehemalige Verteidigungsminister John Healey, der bis zu seinem überraschenden Rücktritt in der vergangenen Woche als loyal gegenüber Starmer galt, wird als potenzieller Starmer-Herausforderer gehandelt.

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