Showdown

Wahl-Krimi um neuen ORF-Chef

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Clemens Pig ist Favorit, aber hinter den Kulissen tobt ein Polit-Streit um den ORF.
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Mahnungen und Klagen. Knapp vor der Wahl warnte zunächst der bekannte Anwalt und Vertraute von Burgenlands Hans Peter Doskozil die 35-ORF-Stiftungsräte via E-Mail vor potenziell strafrechtlich relevanten Verhalten. Kurz darauf schickte dann auch die Stiftungsrats­spitze Heinz Lederer und Gregor Schütze eine E-Mail aus, in der sie den Stiftungsräten erklärten, dass diese nach bestem Wissen und Gewissen ­entscheiden sollten.

Die Kandidaten beim ORF Hearing. © ORF (Screenshot)

Die ORF-Chefwahl am Donnerstag wird damit zu einem Polit-Krimi.

Immerhin pfeifen bereits seit Wochen rot-schwarze Spatzen von den Ballhausplatz-Dächern, dass sich ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker und SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler auf den bisherigen APA-CEO Clemens Pig geeinigt hätten.

"Politik & Kanzler mitentscheiden"

Zum Ärger von hardcore- türkisen Kreisen in der ÖVP, die Pig "nicht als echten Schwarzen" ansehen. Wie auch immer. Tirols LH Mattle gab jedenfalls unumwunden zu, dass "die Politik & Kanzler mitentscheiden". FPÖ-Stiftungsrat Peter Westenthaler kündigt bereits eine wahrscheinliche Klage an.

Sie sind im Rennen

Aber: Am Donnerstag kandidieren neben Pig noch Ex-Pro-7-Chef Markus Breitenecker, ORF-Magazin-Chefin Lisa Totz­auer und ORF-3-Managerin Kathrin Zierhut als ernst zu nehmende Kandidatinnen mit Stimmchancen. Für Totzauer hat sich die Mehrheit der ORF-Redakteure ausgesprochen. Sie könnte einzelne Stiftungsräte von ÖVP, SPÖ und Betriebsräten erhalten. Breitenecker könnte ebenfalls den einen oder anderen ÖVPler und Neos-Stiftungsrat überzeugen. Und Zierhut wohl die zwei FPÖ-Stiftungsräte.

Kommt es doch zur Stichwahl? Oder erhält Pig gleich mehr als 20 Stimmen?