EU warnt
Waldbrand-Horror: Es könnte noch bis November brennen
Vor Beginn einer neuen Hitzewelle in Frankreich versucht die Feuerwehr, die an der Atlantikküste wütenden Waldbrände weiter einzudämmen. Während der größere der beiden Brände bei Bordeaux den Einsatzkräften weiterhin zu schaffen mache, sei der flächenmäßig kleinere Brand inzwischen unter Kontrolle, sagte Präsident Emmanuel Macron beim Besuch der Einsatzleitung Montagabend in Bordeaux. "Wir werden diesen Kampf zum Schutz der Bevölkerung gewinnen", sagte Macron.
Außerdem lobte er "die bemerkenswerte Arbeit zum Schutz der Zivilbevölkerung". 2.500 Feuerwehrleute, 18 Löschflugzeuge und 1.500 Soldaten sind in der Region im Einsatz. Unterstützung ist nicht nur aus weiten Teilen Frankreichs, sondern auch aus dem Ausland eingetroffen. Aus Österreich sind laut EU-Angaben derzeit keine Flugzeuge oder Teams im Einsatz.
Schneisen im Wald sollen Feuer stoppen
Um dem Feuer die Möglichkeit einer weiteren Ausbreitung zu nehmen, wurden am Montag an zahlreichen Stellen Schneisen in den Wald gerodet. Ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebiete soll damit verhindert werden. Für die Brandbekämpfung sei auch die weitere Wetterentwicklung mit dem Aufkommen von Wind und Hitze wichtig, hieß es von den Behörden.
Seit Mittwoch wurden mehr als 220.000 Menschen in der beliebten Urlaubsregion an der Atlantikküste in Sicherheit gebracht, auch viele Touristen. Das Feuer hat sich inzwischen auf bis zu 15 Kilometern der Großstadt Bordeaux genähert und rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört. Das sind 420 Quadratkilometer, eine Fläche größer als die Stadt Köln. Seit der Nacht auf Montag verhinderte die Feuerwehr allerdings eine weitere Ausbreitung, die Lage habe sich stabilisiert, hieß es.
Tourismusregion bangt um Sommergeschäft
Die von Waldbränden betroffene Tourismusregion um Bordeaux bangt unterdessen um die Saison, nachdem die Regierung Urlauber aufgerufen hat, vorerst nicht anzureisen. "Das ist ein schwerer Schlag für einen Großteil des vorwiegend vom Tourismus geprägten Departements - der Tourismus ist komplett zum Erliegen gekommen, die Saison ist vorbei", sagte der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) der Gironde, Patrick Seguin, wie der Sender BFMTV berichtete. "Wir bitten die Französinnen und Franzosen eindringlich, sich nicht in die Gironde zu begeben, solange das Feuer noch nicht unter Kontrolle ist", hatte Regierungssprecherin Maud Bregeon Montagfrüh gesagt.
Leichte Entspannung in Spanien
In Spanien zeichnet sich eine leichte Entspannung der Lage ab, die Behörden warnen jedoch vor verfrühter Entwarnung. Besonders betroffen bleiben die Provinz Ávila westlich von Madrid sowie die benachbarten Regionen Madrid und Toledo, wo die Brände zusammen knapp 80.000 Hektar Wald- und Buschland verwüstet haben. Seit dem Wochenende hat sich die Ausbreitung der Brände deutlich verlangsamt.
Rund 90.000 Menschen waren zuletzt von Evakuierungen oder Ausgangsbeschränkungen betroffen. Die kommenden Stunden gelten als entscheidend, da der Wetterdienst Aemet ab Mittwoch eine neue Hitzewelle erwartet. Auch in der Provinz Castellón im Osten des Landes brennt es weiter. Dort mussten rund 16.000 Menschen ihre Häuser verlassen.
Brände auch in Portugal
Auch in Portugal brachen mehrere Waldbrände aus. Mehr als tausend Einsatzkräfte kämpften Montagnachmittag gegen die Flammen in Buschlandschaften im Zentrum und im Norden des Landes, wie die Behörden mitteilten. Rund zwanzig Löschflugzeuge und Hubschrauber waren im Einsatz. Die größten Brände breiten sich den Angaben zufolge bei Braga und Bragança im Norden sowie bei Santarém im Zentrum des Landes aus.
Fast im gesamten Land gilt wegen der hohen Temperaturen die maximale oder eine sehr hohe Brandgefahr. Einzig an den Küsten ist das Risiko nach Angaben des Wetterdienstes etwas geringer.